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07.11.2012

15:36 Uhr

CDU kontra SPD

Leserbriefe-Krieg um Steinbrück-Honorare

VonDietmar Neuerer

Die Debatte um Steinbrücks Honorare treibt seltsame Blüten. In NRW bekriegen sich CDU- und SPD-Leute auf kuriose Weise. Sie schalten Leserbriefe – teilweise anonym. Das sorgt für großen Unmut – auf beiden Seiten.

Der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück. AFP

Der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück.

BerlinPeer Steinbrück mischt den Politikbetrieb auf. Nicht seine Politikprojekte, für die er als SPD-Kanzlerkandidat steht, beherrschen allerdings die Debatte. Es sind die Honorare, die er parallel zu seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter für Vorträge eingesackt hat. Wohlgemerkt alles rechtens. Wie das alles moralisch zu bewerten ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber: Will diese Frage überhaupt noch jemand bis ins letzte Detail ausdiskutiert haben?

Als hätte Deutschland keine anderen Probleme, wird sich inzwischen mancher Bürger fragen. Parteipolitikern sind solche Gefühlslagen allerdings fremd. Im nordrhein-westfälischen Bonn kann man derzeit beobachten, wie sich CDU- und SPD-Leute ungeachtet der eigentlichen Bürgerinteressen wegen der Causa Steinbrück bekriegen.

Steinbrück ist der Anlass für ein bizarres Hauen und Stechen auf den Leserbriefseiten des Bonner „General-Anzeigers“ (GA), bei dem es gar nicht in erster Linie um den Marktwert des ehemaligen Bundesfinanzministers geht, sondern darum, wer was in welchem Auftrag schreibt.

Dem Vize-Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, sind nämlich Leserbriefe aufgefallen, die sich besonders kritisch mit Steinbrück auseinandersetzen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, wenn sich hinter den Autoren nicht auch eine Parteizugehörigkeit verbergen würde. Die wurde aber unter den Kommentaren erst gar nicht erwähnt. Und das nervt den Bonner Berufspolitiker Kelber. Also griff er ebenfalls zur Feder, um genau das im GA öffentlich zu machen. Seine Leserbrief liegt Handelsblatt Online vor.

„Ist das transparent?“, fragt Kelber in seinem Leserbrief. Wöchentlich, behauptet er, nutzten Funktionäre der Bonner CDU die Leserbriefseite für „offenkundige parteipolitische Angriffe“, ohne ihre eigene Parteifunktion transparent zu benennen. Einer davon ist der Pressesprecher der CDU Baumschulviertel/Südstadt, Jochen Müller. Der, schreibt Kelber, habe einen Leserbrief für „maßlose Angriffe auf den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück“ genutzt. Anders als in Pressemitteilungen habe er dabei seine parteipolitische Funktion nicht angegeben. „Für mich ist das ein Missbrauch der Leserbriefseite“, empört sich Kelber.

Kommentare (35)

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Vicario

07.11.2012, 16:00 Uhr

Politschmarotzer Steinbrück, der etwa 600 Tage für seine Vorträge aufgebracht hat, die Zeit gefunden hat, dabei noch Bücher zu schreiben, hat doch gar nicht mehr gewußt, bei wem er auftritt...?
Deswegen doch auch die Sauerei in Bochum....der wußte nicht, bei wem er sein Lied vorsigt..war ihm doch auch egal, Hauptsache die Kohle hat gestimmt, mit Zahlen kann der Hengst noch etwas umgehen..spielt ja angeblich auch Schach mit Helmut ( o Gott, und das auch noch..)!

Und der Wirtschaftsminister a.D. Gloß, von dem man in seiner Funktion 3 Jahre lang gar nicht gewußt hat, dass es ihn überhaupt gibt...und der wird jetzt Talkshow-Master..? und erklärt uns, in welchen Aufsichtsräten er für viel Kohle so alles sitzt....?!

Es hilft wahrscheinlich nur noch eine Bombe, die Säuberungsbombe !

kuac

07.11.2012, 16:22 Uhr

Sie glauben wohl, dass ein Politiker nur mit anderen Politikern im Parlament reden soll, weil das sein Job ist.
Wie soll er denn Politik gestalten, wenn er nicht mit Leuten, Verbänden, Lobbyisten usw. redet? Nur so kann er erfahren, was das Land denkt und entsprechend kann er Massnahmen ergreifen. Nur im Elfenbeinturm von Berlin sitzen, damit ist nichts getan. Das ist naiv.

Apopp

07.11.2012, 16:23 Uhr

Eine klassische Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Steinbrück bleibt so oder so Kandidat, während Christian Wulff abgeschossen wurde, da er evtl. Fragen zum verfassungswidrigen zerstörerischen ESM hatte und evtl. nicht unterschrieben hätte. Wir sollten uns endlich über die Ursachen austauschen und nicht über die Symptome. Wissensmanufaktur.net

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