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25.01.2005

13:15 Uhr

CDU-Landeschef: „Ich bin froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat"

Junge Union lädt Hohmann ein - und wieder aus

Die Junge Union Wismar-Nordwestmecklenburg hat nach heftiger Kritik auch aus der Mutterpartei eine Einladung an den umstrittenen früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann zurückgezogen.

HB SCHWERIN. Der hessische Politiker, der wegen einer als antisemitisch kritisierten Rede aus der CDU und der Unions-Bundestagsfraktion ausgeschlossen worden war, sollte am 5. Februar auf der Insel Poel über die Entwicklung des CDU-Zeitgeistes reden.

Für die Einladung Hohmanns hatte der JU-Kreisvorsitzende Steffen Bokunewitz im Internet Beifallsbekundungen erhalten. Der Landesvorsitzende der CDU-Nachwuchsorganisation in Mecklenburg- Vorpommern, Vincent Kokert, zeigte sich am Dienstag indes erleichtert über den Rückzieher. „Die Einladung war eine politische Dummheit. Wir können aber davon ausgehen, dass es die Tat eines Einzelnen war“, sagte Kokert der dpa in Schwerin.

Auch CDU-Landeschef Eckhardt Rehberg, der zunächst erfolglos auf eine Absage gedrängt hatte, äußerte Erleichterung: „Ich bin froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat. Herr Hohmann wird weder bei der CDU noch bei der Jungen Union in Mecklenburg-Vorpommern ein Podium finden.“ Kritik an der Einladung kam von der SPD und vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Hohmann warnte in einer Pressemitteilung davor, die Einladung zu „skandalisieren“. Er sei der CDU gegenüber loyal und habe ein „entspanntes und vorurteilsfreies Verhältnis“ zu Merkel.

Bokunewitz hatte die Einladung laut „Bild“-Zeitung als „Beitrag zur Kritik an der Parteivorsitzenden“ Angela Merkel gerechtfertigt. Der 24-jährige Student, von dem die Idee der Einladung Hohmanns zum Neujahrsempfang offensichtlich ausging, legte sein Amt inzwischen nieder.

Kokert vermutete, dass „mit der Einladung an Herrn Hohmann der CDU-Bundesvorsitzenden Angela Merkel geschadet werden sollte“, die aus Zeitgründen eine Einladung ausgeschlagen hatte. Merkel gehört dem CDU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern an, den sie auch mehrere Jahre führte. „Der Fall ist geklärt“, sagte sie im NDR zu der umstrittenen Einladung.

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