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30.08.2016

18:22 Uhr

CDU-Landeschef zu K-Frage

„Merkel hat sich längst für Kandidatur entschieden“

Thüringens CDU-Landeschef geht davon aus, dass Merkel Kanzlerin bleiben will. CSU-Chef Horst Seehofer ist von der Debatte genervt: Zuerst solle man sich auf politische Inhalte konzentrieren – und dann auf Personalien.

Der bayerische Ministerpräsident (CSU) warb am Montagabend für eine Politik der logischen Schritte. dpa

Horst Seehofer

Der bayerische Ministerpräsident (CSU) warb am Montagabend für eine Politik der logischen Schritte.

Landshut/BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach Ansicht des thüringischen CDU-Landesvorsitzenden Mike Mohring längst für eine erneute Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl 2017 entschieden. „Ich gehe davon aus, dass die Kanzlerin Kanzlerin bleiben will“, sagte Mohring am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe durch die CDU-Chefin sei deshalb eigentlich egal. „Die Verschiebung ist doch eher Präjudiz dafür, dass sie sich schon für eine Kandidatur entschieden hat“, sagte er.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte die Debatte über eine erneute Kandidatur der Kanzlerin und die Bekanntgabe der Entscheidung 2017 zuvor als eine „selten dämliche Diskussion“ bezeichnet. „Die pausenlosen Diskussionen, wer für was kandidiert und welche Koalitionen nach einer Bundestagswahl anstehen, fördern eher die Politikverdrossenheit.“ Der bayerische Ministerpräsident ergänzte: „Die Diskussion dieser Tage wird bald beendet sein.“

Seehofer sagte, es sei klar abgesprochen zwischen Merkel und ihm, dass die Personalfragen für die Bundestagswahl erst nach den Sachthemen geklärt werden sollten. Er schrieb der Schwesterpartei ins Stammbuch: „Zuhören, nachdenken, entscheiden, das ist die richtige Reihenfolge in der Politik.“

Ab Ende September wollen CDU und CSU auf sechs Kongressen gemeinsame Positionen bei strategisch wichtigen Themen suchen. Die Spitzen beider Parteien hatten sich in ihrem erbitterten Flüchtlingsstreit bei einer Klausur im Sommer in Potsdam auf diese Vorgehensweise geeinigt. Bis zum CDU-Parteitag Anfang Dezember dürften alle Unionskongresse abgeschlossen sein.

Der CSU-Chef warb in Landshut für eine Politik der logischen Schritte. „Erst muss man darüber abstimmen, was man will und dann muss man sehen, mit welchen Personen man das machen kann“, sagte er. Es wäre falsch, mit großem zeitlichen Abstand zu den Wahlen schon über Namen zu sprechen. „Das können vielleicht Menschen machen, die wie Micky Mäuse in der Politik sind, aber keine Vollprofis.“

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