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13.07.2015

13:19 Uhr

CDU-Politiker ist tot

Philipp Mißfelder stirbt an Lungenembolie

Der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder ist tot. Er starb völlig überraschend in der Nacht auf Montag an einer Lungenembolie. Mißfelder wurde nur 35 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Philipp Mißfelder ist tot

„CDU und junge Union haben Mißfelder viel zu verdanken“

Philipp Mißfelder ist tot: „CDU und junge Union haben Mißfelder viel zu verdanken“

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BerlinDer CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder ist tot. Er starb völlig überraschend in der Nacht von Sonntag auf Montag an einer Lungenembolie. Mißfelder wurde 35 Jahre alt. „Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion verliert einen ihrer profiliertesten Außenpolitiker und ich persönlich einen Freund, der mich auf vielen meiner Reisen begleitet hat“, sagt Unions-Fraktionschef Volker Kauder am Montag in Berlin. „In unseren Gedanken sind wir bei seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern.“

Mißfelder wurde am 25. August 1979 in Gelsenkirchen geboren. 1993 trat er der Jungen Union bei, 1995 dann der CDU. „Wir sind bestürzt, fassungslos und traurig“, erklärte Kauder. Und CDU-Generalsekretär Peter Tauber twitterte: „Machs gut Philipp. #rip“ Und der grüne EU-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht schrieb: „Mein Beileid den Angehörigen und FreundInnen des verstorbenen Philipp @Missfelder. Trotz großer Meinungsverschiedenheiten ein Verlust.“

Seit 2005 war Mißfelder Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2009 außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2002 bis 2014 führte er die Junge Union Deutschlands als Vorsitzender.

An einer Lungenembolie sterben in Deutschland nach Angaben von Fachverbänden jährlich rund 40.000 Menschen. Dabei gelangt ein Blutgerinnsel mit dem Blutstrom in die Lunge und führt dort zum Verschluss eines Lungengefäßes.

Kauder lobte in seiner Erklärung auch die politischen Fähigkeiten Mißfelders: „Philipp Mißfelder war ein überzeugter Freund Israels“, sagte Kauder. Mit großem Engagement habe er sich für die transatlantischen Beziehungen eingesetzt. „Außerdem war er ein ausgewiesener Kenner der Situation in Osteuropa und in Russland. Darüber hinaus verfügte er über herausragende Kontakte in Asien.“

Insbesondere mit seiner Russland-Politik war Mißfelder in seiner Fraktion allerdings auch angeeckt. Vor gut einem Jahr hatte er auch die Fraktionsspitze verärgert, weil er inmitten der Ukraine-Krise an einer umstrittenen Feier von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) in Sankt Petersburg teilgenommen hatte, zu der auch der russische Präsident Wladimir Putin kam. Die Bilder von der freundschaftlichen Begrüßung zwischen Schröder und Putin waren von führenden Unionspolitikern scharf kritisiert worden. Danach erst war die Teilnahme auch von Mißfelder an der Feier bekannt geworden.

Wirbel gab es auch, als er im April vergangenen Jahres schon nach wenigen Monaten sein Amt als Koordinator für die Beziehungen zu den USA wieder aufgab. Seine Begründung damals war, dass diese Aufgabe unvereinbar sei mit dem von ihm angestrebten Amt als Schatzmeister der CDU in Nordrhein-Westfalen.

Kommentare (6)

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Herr Jürgen Dannenberg

13.07.2015, 11:52 Uhr

Meine Anteilnahme gilt natürlich der Familie.
Aber Lungenembolie, mit 35 Jahren?

Walter Traustein

13.07.2015, 14:11 Uhr


Ein vehementer Merkel-Kritiker innerhalb der CDU und Freund Russlands (Anfang Mai Besuch im Kreml trotz Kritik aus der CDU) überraschend mit 35 Jahren an Lungen-Embolie verstorben. Ich hätte ihm den neuen CDU-Vorsitz zugetraut (nach Merkels Abgang) und dann ggf. auch wieder CDU gewählt. Trauer und Ratlosigkeit.

.

Herr Horst Meiller

13.07.2015, 14:20 Uhr

Das ist wirklich schockierend, und so mancher gehässige Kommentar, den man heute in einigen ... Schmierfinkengazetten lesen konnte, verbietet sich über alle Parteigrenzen hinweg eigentlich von selbst. Ich frage mich auch: Wie bekommt man so etwas mit nur 35 Jahren. Das macht wirklich sehr nachdenklich! ):

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