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17.02.2017

11:49 Uhr

CDU-Politiker Kauder

Schulz fehlt Qualifikation für das Kanzleramt

Laut CDU-Fraktionschef Volker Kauder fehle dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz eine gewisse Qualifikation für das angestrebte Kanzleramt. SPD-Generalsekretärin Katarina Barley reagierte prompt auf die Verbalattacke.

Martin Schulz – ein Politikerleben

Startschuss

1974 tritt Martin Schulz in die SPD ein.

Bürgermeister

1987 bis 1998 war der gelernte Buchhändler Bürgermeister der Stadt Würselen bei Aachen.

EU-Parlament

Ab 1994 war Martin Schulz Mitglied des Europäischen Parlaments.

In der Partei

Seit 1999 gehört er dem SPD-Parteivorstand und dem Parteipräsidium an.

In Straßburg und Brüssel

Von 2004 bis 2012 ist Schulz Vorsitzender der Sozialistischen Fraktion im Europaparlament.

Präsident

Seit 2012 stand er als Präsident dem EU-Parlament vor – im November 2016 kündigt er seinen Wechsel in die Bundespolitik an.

Spitzenkandidat

Nach dem Rückzug von Parteichef Sigmar Gabriel soll Schulz die SPD in den Bundestagswahlkampf 2017 führen.

BerlinUnionsfraktionschef Volker Kauder hat dem SPD-Kandidaten Martin Schulz die Qualifikation für das Kanzleramt abgesprochen. „Jemand, der auch in Europa nicht zuerst die Interessen Deutschlands vertritt, kann nicht deutscher Bundeskanzler werden“, sagte der CDU-Politiker dem Magazin „Focus“. Schulz wolle, dass Deutschland die Schulden anderer bezahle. Das sei „untragbar, auch wenn man für Europa ist“.

Auch die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, kritisierte Schulz. „Ich habe bisher keine innovativen Ideen gehört“, sagte sie der „Welt“ (Freitag). „Und zentrale Fragen spart er aus – Klimaschutz ist für ihn kein Thema, genauso wenig wie die Gleichberechtigung von Frauen oder von Minderheiten.“ Schulz stehe bei den Sozialdemokraten nicht für die große Veränderung. Er stehe „für die alte Tante SPD“.

Umfrage: Schulz überholt Merkel

Umfrage

Schulz überholt Merkel

Martin Schulz, der hoffnungsvolle Kanzlerkandidat der SPD, bringt seiner Partei weiter hervorragende Umfrage-Werte ein. Die Union büßt hingegen in der Gunst der Wähler ein. Am deutlichsten verliert wohl die Linkspartei.

Sowohl die Union als auch die Grünen verlieren in der Wählergunst, seitdem Schulz die SPD aus ihrem Umfragetief geführt hat. Kauder warnte auch vor einer rot-rot-grünen Koalition im Bund. Die Entwicklung im Land Berlin, wo ein Bündnis der drei Parteien regiert, zeige beispielhaft die Auswirkungen: „Keine Videoüberwachung, keine Abschiebungen, kein Ausbau von Gefängnissen – das gefährdet die Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Kauder. „So sieht rot-rot-grüne Politik konkret aus.“

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verwahrt sich gegen Verbalattacken aus der Union gegen den Kanzlerkandidaten ihrer Partei, Martin Schulz. „Angesichts der Begeisterung für Martin Schulz schlägt Volker Kauder jetzt auf die nationalistische Trommel“, sagte Barley am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Unionsfraktionschef zeige, dass er von Europa weder etwas halte noch verstehe. „Es gibt keinen Gegensatz zwischen europäischen und deutschen Interessen.“

Schulz auf Stimmenfang

„Die SPD will die stärkste Partei in Deutschland werden“

Schulz auf Stimmenfang: Schulz: „Die SPD will die stärkste Partei in Deutschland werden“

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Kauder hatte Schulz zuvor die Qualifikation für das Kanzleramt abgesprochen. „Jemand, der auch in Europa nicht zuerst die Interessen Deutschlands vertritt, kann nicht deutscher Bundeskanzler werden“, sagte der CDU-Politiker dem „Focus“. Schulz wolle „im Grunde seines Herzens Schulden vergemeinschaften“. Er wolle, dass Deutschland die Schulden anderer bezahle. Das sei „untragbar, auch wenn man für Europa ist“.

Nach Ansicht Barleys stellt sich Kauder mit seiner Haltung klar gegen Kanzlerin Angela Merkel und andere in der Union, die immer die Bedeutung Europas hochgehalten hätten. „Eine gemeinsame Linie bei der Union ist nicht zu erkennen. CDU und CSU erinnern gerade an einen Haufen aufgescheuchte Hühner, die beim Anblick des Fuchses laut gackernd umherlaufen.“

Von

dpa

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