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16.04.2013

17:01 Uhr

CDU-Politiker warnt

Anti-Euro-Partei könnte SPD-Kanzlerschaft begünstigen

Die eurokritische Alternative für Deutschland will Angela Merkel aus dem Kanzleramt verdrängen. Dass ihr das auch gelingt, ist nicht ausgeschlossen, meinen Experten. Und auch in der CDU hält man dies schon für möglich.

Anti-Euro-Devotionalien der Alternative für Deutschland (AfD). dpa

Anti-Euro-Devotionalien der Alternative für Deutschland (AfD).

BerlinDer CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch hat sich besorgt über den großen Zuspruch für die neue Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) geäußert. Wenn die AfD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere, seien „schlimmstenfalls 4,9 Prozent der Wählerstimmen weitgehend für das bürgerliche Lager verloren“, sagte Willsch Handelsblatt Online. Sie fehlten dann CDU/CSU und FDP, um sich gegenüber drei linken Parteien zu behaupten. „Je mehr Stimmen Union und FDP an die AfD verlieren, desto näher bringt dies die SPD zur Kanzlerschaft“, warnte Willsch.

Für die Sozialdemokraten gebe es dann viele Möglichkeiten, an die Regierung zu kommen: Ein knapper Sieg von Rot-Grün wie in Niedersachsen, ein offizielles Dreierbündnis SPD, Grüne, Linke. Oder eine von der Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung, wie sie die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) für einige Zeit praktiziert habe.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Auch ein Sprung der AfD in den Bundestag hätte nach Willschs Einschätzung schwerwiegende Folgen für die Union. „Der Einzug der AfD in den Bundestag bedeutet unweigerlich entweder eine große Koalition oder die Begünstigung eines linken Bündnisses“, sagte er. „Nach weiteren vier Jahren in einer großen Koalition wäre vom Markenkern der CDU nichts mehr übrig.“ Er wolle das nicht, betonte der als Euro-Kritiker bekannte Willsch. „Bei aller Kritik ist unser Land bei Union und FDP immer noch am besten aufgehoben.“

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Die Sorgen von Willsch sind nicht unbegründet. Experten bescheinigen der Anti-Euro-Partei gute Chancen für den Einzug in den Bundestag. Die neue Gruppierung kommt nach einer Umfrage aus dem Stand heraus auf drei Prozent. Das hat das INSA-Institut im Auftrag der „Bild“-Zeitung ermittelt. INSA-Chef Hermann Binkert sagte der Zeitung: „Die AfD hat ein großes Potenzial. Zwei Drittel der Deutschen lehnen die Milliarden-Rettungsschirme für den Euro ab.“

Kommentare (121)

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Account gelöscht!

16.04.2013, 17:09 Uhr

Vom Professor, der auszog, das Fürchten zu lehren.

anacondafucker

16.04.2013, 17:11 Uhr

Die Angst vom Trog weggezogen zu werden geht um! Die dümmste Aussage natürlich wieder vom dicken Öko-Aschenputtel. Igitt,
da lege ich mich doch lieber zu meinem Hund in die Hütte.

Account gelöscht!

16.04.2013, 17:14 Uhr

Doktor Dip
der it gut.
Ja, da kommt so ein Uni Prof und die Politik zittert. Irgendwie lustig.
Unsere Banausen in Berlin wissn also genau, dass sie am Volk vorbei regieren

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