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19.03.2012

19:06 Uhr

CDU-Spitzenkandidat taktiert

Merz drängt Röttgen zu klarer Entscheidung

Der Mann zeigt Rückgrat: Obwohl der Druck steigt, legt sich Umweltminister Röttgen nicht fest, ob er auch als Oppositionsführer nach NRW gehen würde. Dabei reden ihm nun auch prominente Berater wie Friedrich Merz zu.

Rechtsanwalt Friedrich Merz will Norbert Röttgen unterstützen. dpa

Rechtsanwalt Friedrich Merz will Norbert Röttgen unterstützen.

In dieser Frage sind sich in der Bundes-CDU fast alle einig, von Bundeskanzlerin Angela Merkel über Generalsekretär Hermann Gröhe bis hin zum ehemaligen Unionsfraktionschef Friedrich Merz: Bundesumweltminister Norbert Röttgen würde der Partei einen großen Dienst erweisen, wenn er sich vor der NRW-Wahl klar dafür entscheidet, auch im Fall einer Niederlage als Oppositionsführer nach Düsseldorf zu wechseln. Dies sei ein wichtiges Signal an CDU-Mitglieder und Wahlhelfer, hieß es am Montag in Berlin.

Auf einer CDU-Landesvorstandssitzung am Montagabend sprach Röttgen darüber und sagte laut dem bisherigen Fraktionsvize Josef Hovenjürgen, dass er sich seiner Verantwortung stellen werde. „Das kann natürlich auch die Rolle des Oppositionsführers in Düsseldorf beinhalten“, so Hovenjürgen. „Und so wie ich ihn verstanden habe, würde er auch diese Rolle annehmen.“

„Ich habe es nie ausgeschlossen“, sagte Röttgen hingegen selbst. Ein deutliches Bekenntnis zu NRW unabhängig vom Wahlausgang am 13. Mai war dies nicht. Auch der ehemalige CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz rät Röttgen öffentlich zu einer klaren Festlegung. Das mache er für seine Unterstützung aber nicht zur Bedingung, sagte Merz auf Fragen von stern.de. Merz bestätigte, dass er zu einem kleinen politischen Comeback bereit ist - um Röttgen im Wahlkampf zu helfen.

Die Rückmeldung von Merz stößt beim Unions-Wirtschaftsflügel auf ein positives Echo. Der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, der größten Einzelgruppierung innerhalb der Unionsfraktion, Christian von Stetten, verbindet damit sogar die Hoffnung, dass Merz im Falle eine Wahlsiegs von Röttgen eine Rückkehr in die Politik als Minister in Erwägung zieht. „Friedrich Merz wäre eine Bereicherung für jede Regierung - auf Landes- und auch auf Bundesebene“, sagte von Stetten Handelsblatt Online.

Dem erteilt Merz jedoch eine klar Absage. Er strebe kein Landtagsmandat und auch keine Position im Schattenkabinett von Röttgen an, sagte der ehemalige Unionsfraktionsvorsitzende. Merz hatte sich im Sommer 2009 nach einem Streit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von der Politik verabschiedet und arbeitet wieder als Anwalt.

Kommentare (17)

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Merkels_Haushund_kann_bellen

19.03.2012, 17:39 Uhr

Merkel holt den Hund also wieder aus dem Koffer: Bellen Merz: Bellen!
Brav Hundie: setzen!
Nun gibts Fresschen: wie sich das für scharfe Hunde gehört.

wolfibaerli

19.03.2012, 17:55 Uhr

Vor allem wäre eine Wiederauferstehung von Merz - jetzt passend zu Ostern - ein wichtiges Signal, dass man eine Entsorgung durch Frau Merkel durchaus überstehen kann.

Wie man die Taktiererei von Röttgen mit dem Begriff "Rückgrat" assoziieren kann, ist mir schleierhaft. Der Mann hatte 2010 ein gut durchdachtes Programm zur Energieumstellung auf den Weg gebracht, um nach Fukushima wie ein Sack Kartoffel umzufallen in Richtung des als "Energiewende" bezeichneten Schwachsinns. Und - er wirbt weiter dafür. Bipolare Störung wäre eine plausible Verdachtsdiagnose; aber Rückgrat? Nie und nimmer!

steuer_michel

19.03.2012, 17:56 Uhr

Merz soll endlich eine neue Partei gründen, damit die alten Blockparteien aufgemischt werden und wir Wähler wieder eine Alternative haben!

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