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28.01.2008

15:01 Uhr

CDU unter Druck

„Große Koalition ohne Koch realistisch“

Roland Koch unter Druck: Der Ministerpräsident hat trotz seiner Wahlschlappe den Anspruch auf die Regierung in Hessen bekräftigt. Doch hinter den Kulissen arbeiten die Parteistrategen offenbar an einer anderen Lösung. Auch Politikwissenschaftler sehen Koch schon in einer neuen Rolle.

Bäumchen-Wechsel-Dich in Hessen? Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Foto: dpa dpa

Bäumchen-Wechsel-Dich in Hessen? Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Foto: dpa

pb/cot BERLIN/DÜSSELDORF. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kommt nach der schweren Wahlniederlage auch innerparteilich unter Druck. Führende Christdemokraten fordern ein Bündnis mit der SPD.

Doch Koch ziert sich. Er bezeichnete eine Große Koalition mit SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilantials "nach menschlichem Ermessen sehr, sehr, sehr schwer". Zu der Schnittmenge seiner Partei mit der SPD sagte er: "Eine Große Koalition ist mit diesem Programm fast nicht vorstellbar."

Die CDU in Hessen hatte bei der Wahl nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 36,8 Prozent der Stimmen bekommen, auf die SPD entfielen 36,7 Prozent. Die FDP ist mit 9,4 Prozent nun drittstärkste Kraft im Wiesbadener Landtag vor den Grünen, die 7,5 Prozent erreichten. Die Linke zieht mit 5,1 Prozent erstmals in den Landtag ein.

Da die Linkspartei die Fünfprozenthürde übersprang, hat das von Koch angestrebte schwarz-gelbe Bündnis keine Mehrheit. Auch Ypsilanti kann nicht alleine mit den Grünen regieren. Die FDP lehnt eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen trotz heftigen Werbens der Sozialdemokraten ab. Auch Jamaika (CDU, FDP und Grüne) ist unwahrscheinlich.

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und siegreiche niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff brachte nun eine Große Koalition in Hessen ins Gespräch: "Heute zittern wir alle, dass es klappt, dass Roland Koch Ministerpräsident bleibt, nach meiner Einschätzung in einer Großen Koalition", sagte Wulff vor einer Sitzung des Parteipräsidiums in Berlin.

Anzeichen dafür, dass es tatsächlich dazu kommen könnte, ist auch das Gebaren von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Da eine Große Koalition mit Koch kaum möglich ist, könnte ein Postentausch die Lösung des Problems sein. Jung jedenfalls schloss für den Fall einer Großen Koalition in Hessen einen Wechsel zurück in die Landespolitik nicht kategorisch aus. Auf die Frage, ob ein Tausch vorstellbar sei, bei dem er nach Hessen zurückgehe und Ministerpräsident Roland Koch in die Bundespolitik wechsele, sagte der CDU-Politiker im Hessischen Rundfunk lediglich, Roland Koch sei einer seinen besten Freunde, und er hoffe und wünsche sich, dass in Hessen noch eine bürgerliche Mehrheit zustande komme.

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