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26.01.2015

00:21 Uhr

CDU-Vizevorsitzende

Von der Leyen rät zum Dialog mit Pegida-Anhängern

CDU-Vizevorsitzende Von der Leyen will laut Medienbericht mit den Menschen, die sich der islamkritischen Organisation Pegida angeschlossen haben, einen Dialog führen. Nur so werden unterschiedliche Positionen deutlich.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt auf einen Dialog mit Pegida-Anhängern. dpa

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt auf einen Dialog mit Pegida-Anhängern.

DüsseldorfDie CDU-Vizevorsitzende Ursula von der Leyen hat zum Dialog mit Anhängern der islamkritischen Pegida-Bewegung geraten. „Ich setze auf das Gespräch mit den Menschen, die Pegida folgen. Denen müssen wir unsere Standpunkte gut erklären“, sagte die Verteidigungsministerin der „Rheinischen Post“ (Montag) aus Düsseldorf. „Erst aus dem Dialog werden die unterschiedlichen Positionen und Argumente deutlich und auch, wo Pegida überhaupt keine Antworten liefert.“

Pegida von Kopenhagen bis Prag

Viele Pegida-Ableger in Europa

Die islamfeindliche Pegida-Bewegung hat in Dresden und anderen deutschen Städten in den vergangenen Monaten Zulauf erhalten. Aber auch im europäischen Ausland stoßen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf Sympathie: In mehreren Ländern gibt es inzwischen Ableger der Bewegung. Von einer Teilnehmerzahl wie in Dresden am Montag vergangener Woche, als 25.000 Menschen auf die Straße gingen, waren die ersten Pegida-Proteste im Ausland allerdings weit entfernt. Nachfolgend eine Auswahl der europäischen Ableger.

Tschechien

In der tschechischen Hauptstadt Prag demonstrierten am vergangenen Freitag etwa 600 Menschen gegen den Islam. Es war die erste islamfeindliche Demonstration in Tschechien, wo Schätzungen zufolge zwischen 10.000 und 20.000 Muslime leben. Lediglich rund 20 Gegendemonstranten gingen auf die Straße. Die Organisatoren schlossen einen Zusammenschluss mit den Gleichgesinnten im nur 150 Kilometer entfernten Dresden nicht aus.

Dänemark

In Kopenhagen war für Montagabend der erste Protestzug des dänischen Pegida-Ablegers geplant. 300 Menschen hätten im Online-Netzwerk Facebook ihr Kommen zugesagt, sagte der Organisator des Protests, der Schulpsychologe Nicolai Sennels.

Norwegen

Am Montag vergangener Woche folgten in der norwegischen Hauptstadt Oslo rund 200 Menschen dem Aufruf des örtlichen Pegida-Ablegers. Man wolle die Aufmerksamkeit auf die Probleme im Zusammenhang mit der Einwanderung von Muslimen lenken, sagte der Organisator des Marschs, Gymnasiallehrer Max Hermansen. Auch Ausländer waren unter den Demonstranten, die ohne Zwischenfälle um das Osloer Rathaus herummarschierten. Nur eine Handvoll Gegendemonstranten stellten sich dem Protest entgegen.

Schweden

Der schwedische Pegida-Ableger zählt auf Facebook mehr als 8100 Anhänger. Die Gruppe verweist in zahlreichen Einträgen auf ihre Vorbilder in Dresden.

Österreich

Der österreichische Ableger, der auf Facebook mehr als 10.000 Sympathisanten zählt, bedauerte die Absage der Dresdner Pegida-Demonstration am Montag infolge von Anschlagsdrohungen. Ebenso wie die Dresdner Bewegung rief Pegida Österreich ihre Anhänger auf, anstelle des Protests am Montagabend eine Kerze ins Fenster zu stellen und die Landesflagge aus dem Fenster zu hängen.

Schweiz

In der Schweiz tauchte vergangene Woche auf Facebook ein örtlicher Pegida-Ableger auf und erhielt mehr als 3000 Unterstützer. Die Gruppe rief für den 16. Februar zu einem Protestmarsch gegen den Islam auf. Der Ort der Demonstration wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Auch die Mitglieder wurden nicht namentlich genannt, mit Ausnahme von Sprecher Ignaz Bearth. Dieser ist Chef der Direktdemokratischen Partei Schweiz, die enge Verbindungen zur rechtsextremen französischen Front National pflegt. Zuvor gehörte Bearth der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) an.

Belgien

In Belgien tauchte auf Facebook die Gruppe Pegida Vlaanderen auf, die sich mit der deutschen Pegida solidarisch erklärte. „Von Flandern aus unterstützen wir die Pegida-Bewegung in Deutschland“, heißt es in dem Eintrag der Gruppe. Rund 4500 Nutzer klickten auf die Sympathie-Bekundung „Gefällt mir“. Die Gruppe regte eine Demonstration in Antwerpen am kommenden Samstag an, legte aber keinen Termin fest.

Spanien

Auch in Südeuropa hat die Pegida-Bewegung Sympathisanten. In einem Eintrag im Kurzbotschaftendienst Twitter hieß es vergangene Woche, der spanische Ableger sei am 8. Januar gegründet worden – einen Tag nach dem islamistischen Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte an einer Diskussionsrunde mit Pegida-Anhängern in Dresden teilgenommen und dafür neben Unterstützung auch Kritik erfahren. Am Sonntagabend schlossen sich in Dresden erneut gut 17.000 Menschen der Pegida-Demonstration an. Das waren allerdings erstmals weniger als zuvor.

An diesem Montag ist dort ein großes Anti-Pegida-Konzert für Weltoffenheit geplant. Auch in anderen Städten stehen Demonstrationen von Pegida-Ablegern und Gegnern an.

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dpa

Kommentare (9)

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Herr Woifi Fischer

26.01.2015, 07:38 Uhr

CDU-Vizevorsitzende Von der Leyen rät zum Dialog mit Pegida-Anhängern.

Es ist immer das gleiche, wieder eine Inszenierung von Frau von der Leyen um über den Weg der Presse dem Michel zu suggerieren, seht her ich mache was, und will die nächste Kanzlerin werden.
Sie sollte sich lieber um ihre Aufgaben als Verteidigungsministerin kümmern, wie immer mit wenig Glaubwürdigkeit in den Medien erscheinen.

Herr Baris Manco

26.01.2015, 08:54 Uhr

...da kann man ja auch gleich mit der NPD oder gar mit Beate Zschäpe das Gespräch suchen...die haben sicher auch Sorgen und gesinnungsmäßig stehen die sich ohnehin nahe....

Herr Helmut Paulsen

26.01.2015, 12:38 Uhr


Frau von der Leyen lässt die Bundeswehr "verrotten" genauso wie De Maizaire die Polizei ausdünnt und vertrocknen lässt. Deutschland wehrlos und verweiblicht - das ist das Programm.

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LESENSWERT !

"AfD-Pretzell: Die Leute gehen mal mit Occupy gegen die Bankenrettung auf die Barrikaden. Dann gehen Leute gegen die Frühsexualisierung ihrer Kinder durch den Bildungsplan der Landesregierung in Baden-Württemberg auf die Straße. In Dresden gehen sie für eine geordnete Zuwanderung und gegen Islamisierung auf die Straße. Es gibt aber einen Punkt, der all diesen Bewegungen gemein ist: Das ist die Tatsache, dass sich breiteste Bevölkerungsschichten in der gesamten politischen Willensbildung überhaupt nicht mehr repräsentiert sehen. Schlimmer noch: In weiten Teilen haben sie das Gefühl, dass ihnen überhaupt niemand mehr zuhört, dass sich die Politik einfach nicht mehr für sie interessiert. ..."

Recht hat er !

http://www.geolitico.de/2015/01/26/afd-politiker-ueber-die-nazi-keule/

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