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18.08.2011

23:46 Uhr

CDU-Wahlkampf

Merkel macht den Euro zum Thema

Urlaub, Euro-Rettung - und dann ein Tag in der Kleinstadt. Angela Merkel ist in den Landtagswahlkampf eingebunden. Auf den ersten Stopps ihrer Tour überrascht die Kanzlerin mit ihrer Themenwahl.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Wahlveranstaltung in Parchim. Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Wahlveranstaltung in Parchim.

Parchim/GüstrowGegenwind kennt Angela Merkel derzeit eigentlich zur Genüge. Aber in dem kleinen Ort Parchim hat die CDU-Vorsitzende am Donnerstag vor allem mit der strahlenden Sonne zu kämpfen. Vor ihr haben sich auf dem historischen Schuhmarkt gut Tausend CDU-Anhänger und auch ein paar Autonome am hinteren Teil des Platzes versammelt, die sie aber eigentlich gegen die Sonne blinzend kaum erkennen kann.

Nun soll die Kanzlerin als Hauptrednerin den noch müden Landtagswahlkampf aus seiner Lethargie reißen. Dabei kommt sie gerade aus dem Urlaub und der Euro-Rettung. Doch die Menschen vor ihr interessieren vor allem Jobs, die Kreisgebietsreform, Bildung und Sicherheit. Merkels Übung heißt also, von Null auf Wahlkampf zu schalten.

Das gerät gleich am Anfang holprig: „Sicher war nicht alles gut in den letzten fünf Jahren, aber die Richtung stimmt“, beginnt die CDU-Vorsitzende in Anspielung auf die große Koalition in Schwerin. Dann folgen ein paar Haken gegen die Linkspartei, die nicht einmal des Mauer-Jubiläums gedächten und ein paar halb-kritische Worte gegen die SPD. Die Betriebstemperatur der Zuhörer steigt kaum, der Applaus bleibt freundlich.

Aber dann wird schnell klar, wie sich die Kanzlerin bei ihren immerhin neun Auftritten in dem verbleibenden zweieinhalbwöchigen Landtagswahlkampf präsentieren will: Überraschenderweise spricht Merkel fast die Hälfte ihrer zwanzigminütigen Redezeit über etwas, was bisher im Nordosten vor der Wahl am 4. September überhaupt keine Rolle gespielt hat - den Euro.

Schon als CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier sie als „gradlinige Kämpferin in Deutschland, Europa und der Welt“ ankündigt, deutet sich dies an. Die Kanzlerin tritt in Parchim, am Abend dann auch in Güstrow ohne harsche Polemik als personifizierte Absetzbewegung zur Linkspartei, aber auch zur SPD in der Finanzpolitik auf. Die erste Partei ist gegen die Schuldenbremse, die zweite für die Euro-Bonds.

Kommentare (3)

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aruba

19.08.2011, 07:12 Uhr

Guten Tag,... Diese unfoermige Ding sollte bloss die Klappe halten. Die Boerse steht Kopf und das dumme Luder labert von Boersenumsatzsteuer. Du lieber Gott...! Gute Nacht

Alfred_H

19.08.2011, 07:39 Uhr

Dass es überhaupt noch Menschen gibt, die einer Frau Merkel freiwillig zuhören, kann ich nicht nachvollziehen. Dass sogar noch einige von denen das glauben, was sie sagt, ist jedoch erschreckend und zeigt, wie es um den Geisteszustand der verblödeten Deutschen inzwischen steht. Bei solchen Reden kann man doch nicht applaudieren. Da muss man doch ganz laut lachen. Schuldenmachen ist nicht gut, weil das der gesunde Menschenverstand sagt. Hört, hört! Sagt es und macht trotzdem immer mehr Schulden. Aber alles zum Wohle des Euros. Da ist man natürlich beruhigt. Gerade die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern müssen doch eine unheimliche Wut auf diese Kanzlerin haben. Wie obrigkeitshörig muss man sein, um sich auch noch durch ihre Phrasendrescherei öffentlich demütigen zu lassen.

gerhard

19.08.2011, 19:15 Uhr

Sie wolle doch gar nicht, dass ganz Europa deutsch wird. „Das ist doch Quatsch“, fügt die Kanzlerin auf dem Marktplatz in Güstrow hinzu.

Da fällt einem dazu ein- wann war man eigentlich selbst das letzte mal in Güstrow? Es war an einem shönen Sonntag so im Krieg. Sonnenschein- und ein Lazarettzug kam in den frühen Morgenstunden grade von der Ostfront herein. Die Soldaten mit "übernächtigten" Uniformen und Gesichtern trugen Verbände um Arm und Kopf und manche humpelten mit Krücken zum nächsten Bus, der sie dann ins Lazarett brachte.

Ja die - Krücken und die gegenwärtige Europapolitik passen irgendwie zusammen.

Deshalb endet der Ausflug von Europas mächtigster Frau in der nordöstlichen Provinz Deutschlands wenn auch mit freundlichem, aber nicht überschwenglichem Applaus, heißt es hier noch.

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