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16.09.2013

06:12 Uhr

CDU will Zweitstimmen für sich

„Eine Kampagne für die FDP ist bescheuert“

VonDietmar Neuerer

ExklusivNach dem Bayern-Debakel geht es für die FDP um alles oder nichts. Nur noch eine massive Zweitstimmen-Kampagne kann bei der Bundestagswahl das Überleben sichern. Die Union will den Liberalen dabei aber nicht helfen.

Nach Bayern-Wahl

Jubel bei der CSU, Schock für die Liberalen

Nach Bayern-Wahl: Jubel bei der CSU, Schock für die Liberalen

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BerlinDie FDP stand schon einmal am Abgrund – bei der Niedersachsenwahl Anfang des Jahres. Und sie konnte das Schlimmste mit Hilfe der CDU abwenden. Die Liberalen profitierten damals massiv von sogenannten Leihstimmen der CDU-Anhänger. Dabei gibt der Wähler seine Erststimme dem Direktkandidaten der von ihm favorisierten Partei – seine Zweitstimme „schenkt“ er jedoch einer meist kleineren Partei, mit der eine Koalition gewünscht wird. Was in Norddeutschland funktioniert hat, war in Bayern gar kein Thema. Es hätte der FDP wohl auch nicht viel genutzt.

Die CSU mochte die Liberalen eh nicht wirklich – und das komplizierte Wahlrecht tat sein Übriges: Die FDP flog hochkant aus dem Parlament. Im Bund wollen die Liberalen das verhindern – mit einer Zweitstimmen-Kampagne. Doch wird die Union dabei genauso behilflich sein wie in Niedersachsen?

Normalerweise ist eine solche Taktik nur sinnvoll, wenn die gewünschte Koalition ohne Leihstimme voraussichtlich nicht zum Zuge kommt und die eigene Partei gut gepolstert ist. Bei der diesjährigen Bundestagswahl ist das der Fall, dennoch macht die Union derzeit keine Anstalten, ihrem angeblichen Wunschkoalitionspartner über die Fünf-Prozent-Hürde zu helfen.

Stimmen zur Wahl in Bayern

Horst Seehofer, CSU-Chef:

„Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich habe mit der Kanzlerin heute telefoniert und ihr zugesagt, dass wir jetzt ab morgen früh alles tun werden von Bayern aus, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt.“

Hermann Gröhe, CDU-Generalsekretär:

„Rot-Grün ist ohne jede Chancen auf eine Mehrheit in Deutschland.“

„Die Zweitstimme, das ist die entscheidende Stimme im Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse im Land. Die ist gleichsam Merkel-Stimme. Und deswegen werben wir für beide Stimmen für die Union.“

Peer Steinbrück, SPD-Kanzlerkandidat:

„Es ist die 13. Landtagswahl hintereinander, wo die schwarz-gelbe Liebesheirat aufgekündigt worden ist.“

Zur FDP: „Wer jahrelang in Deutschland alle Wahlversprechen bricht (...), der hat es auch nicht verdient, in Landtagen und im Deutschen Bundestag zu sein.“

Sigmar Gabriel, SPD-Chef:

„Der Einzug der FDP in den Bundestag ist seit heute Abend nicht sicher.“

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin (FDP):

„In jeden Fall gibt es eine Zweitstimmenkampagne. Es war aber schon immer angelegt und immer geplant. Dazu ist ja auch das Wahlrecht im Bund da.“

Philipp Rösler, FDP-Chef:

„In Bayern ticken die Uhren anders.“

„Jetzt geht's ums Ganze.“

Claudia Roth, Grünen Chefin:

„Wir sind enttäuscht, wir haben uns wirklich mehr erhofft.“

„Schwarz-Gelb hat heute die Wahl nicht gewonnen – und das wollen wir nächste Woche auch erreichen.“

Lasse Becker, Chef der Jungliberalen:

„Das ist ein Scheißergebnis.“

„Die Zweitstimme ist die Merkel-Stimme, und die wollen wir für die Union gewinnen“, zeigte der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der FDP die Grenzen auf. Auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet warnte in der ARD vor einer Zweitstimmenkampagne zugunsten der Liberalen und betonte: „Die FDP ist in Bayern traditionell immer schwach gewesen, ganz oft nicht im Landtag gewesen, so dass das, glaube ich, keine Auswirkungen auf die Bundestagswahl hat.“ Ähnlich argumentierte FDP-Chef Philipp Rösler: „In Bayern ticken die Uhren anders. Ab jetzt geht es um Deutschland.“ Das Wahlergebnis sei ein „Weckruf für alle Liberale“. Werden solche Appelle ausreichen, um die FDP vor dem Untergang zu bewahren?

Kommentare (60)

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Neoliberaler-Shitstorm

16.09.2013, 06:43 Uhr

Auf der Mattscheibe konnte man gestern einen leichenblassen Rösler neben einem alten Tattergreis Brüderle, der einem Altersheim entsprungen sein könnte, erblicken.


Mitleid kann man mit beiden nicht haben!


Keine Partei steht als derart extreme LOBBYPYRTEI wie die FDP da.


Die Wähler geben nun der FDP ihre wohlverdiente Quittung. Da helfen auch die letzten Zuckungen nicht mehr. Die FDP möchte zweite Geige spielen. In Wirklichkeit hat sie schon fast ein Jahrzehnt nicht erreicht.

In der Opposition eine Versagerpartei - in der Mitregierung ein Rohrkrepierer!


Damit ist jetzt Schluss. 5% werden für die FDP unerreichbar. Da helfen auch keine Zweitstimmen, die doch niemand an Looser verschwendet


Bye bye FDP-Lobbypartei!

Account gelöscht!

16.09.2013, 06:56 Uhr

Mövenpickler, Teppich-Niebel, Möchtegern-Steuersenker, Koch-Merin... Diese Partei ist die parasitäre Laus im Pelz der schuftenden Bevölkerung.

Samanta

16.09.2013, 06:56 Uhr

Das Ausscheiden der FDP am 22.09.2013 wird ein deutliches Warnzeichen an alle etablierten Parteien sein, dass sich die Wähler nicht länger an der Nase herumführen lassen.


Das "D" in FDP steht eher für Dekadenz. denn für Demokratie.

Mit Lobbyarbeit alleine kann man keine 5% erreichen. Ein einfaches Rechenexampel, das die FDP nicht beherrscht.


WIR alle werden unsere Macht nutzen und der FDP den Gnadenstoß versetzen.


Weg mit der FDP!

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