Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2015

15:09 Uhr

Cem Özdemir und Simone Peter

Lähmt die Doppelspitze die Grünen?

Cem Özdemir, der Ko-Vorsitzende der Grünen, hat deutliche Kritik an der doppelten Doppelspitze in seiner Partei geäußert. Simone Peter hält jedoch an der Struktur fest – ebenso wie die frauenpolitische Sprecherin.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir. dpa

Seite an Seite

Die Bundesvorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir.

BerlinGrünen-Parteichef Cem Özdemir hat die traditionelle Doppelspitze von Partei und Fraktion zur Debatte gestellt. „Die doppelte Doppelspitze der Grünen macht es nicht leichter, personelles Profil zu gewinnen und Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner zuzuspitzen“, sagte Özdemir der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Insofern sei die Doppelspitze ein Grund für fehlende Durchschlagskraft der Partei.

Seine Ko-Vorsitzende Simone Peter wies die Kritik jedoch prompt zurück. Der „Welt“ sagte Peter: „Doppelspitzen und Frauenquote haben sich für die Grünen bewährt. Sie sind ein Grund, warum wir so viele starke Frauen in der Spitze haben und als Partei für Frauen besonders attraktiv sind.“ Daran wolle niemand etwas ändern. Auch in der von der Partei eingesetzten Strukturkommission habe es keinen einzigen Vorstoß in diese Richtung gegeben.

Nach dem offenen Schlagabtausch der beiden grünen Parteichefs haben sich auch die grünen Frauen zu Wort gemeldet. Ihnen hat die Doppelspitze bislang die nahezu gleichberechtige Teilhabe am politischen Geschäft gesichert. „An der Doppelspitze zu rütteln, halte ich für grundfalsch“, sagte Gesine Agena, frauenpolitische Sprecherin der Partei und Mitglied des Bundesvorstands der Grünen dem Handelsblatt. „Dort, wo es keine Frauenquote gibt, geht das fast immer zu Lasten der Frauen.“
Bisher sei „die grüne Frauenquote ein absolutes Erfolgsmodell“, so Agena weiter. „Und sie ist ein urgrünes Modell, um das uns viele andere beneiden. Denn durch die Frauenquote stellen wir sicher, dass Frauen und Männer sich die Macht gleichberechtigt aufteilen.“

Bei den Grünen werden die Partei und auch die Bundestagsfraktion jeweils von zwei Vorsitzenden geführt, darunter mindestens eine Frau. Eine weibliche Doppelspitze ist auch möglich, nicht aber ein Duo von zwei Männern.

Der  wirtschaftspolitische Sprecher Dieter Janecek sagte dem Handelsblatt: „Die gute Idee der Doppelspitze zur Förderung von Frauen in Führung wird leider nicht selten heute vorgeschoben, um Flügelproporz zu rechtfertigen.“ Nicht ohne Grund hätten 14 von 16 Landtagsfraktionen andere Modelle gewählt, „die weniger starr sind und trotzdem starke Frauen nach vorne bringen“.

Die Abgeordnete Ekin Deligöz meint: „Die Doppelspitze ist ein Markenname der Grüne - und Markennamen gibt man nicht so schnell auf. Allerdings müssen die Doppelspitzen dann auch optimal zusammenarbeiten“, forderte die Haushaltspolitikerin mit Blick auf die Parteispitze.  

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Joly Joker

01.06.2015, 08:50 Uhr

Ob Ödzdemir das meint was er sagt? Fakt ist, dass diese Doppelspitze diskriminierend ist. Sie benachteiligt Männer. Fakt ist auch, dass trotz dieser Diskriminierung des Mannes die Frauen bei denen Grünen offensichtlich nicht in der Lage sind sich ohne Quote/Pfründe durchzusetzen. Eine Quote sollte doch den Nachwuchs geeigneter Frauen ermöglichen, indem die Frau in allen Hierarchien gefördert wird, um so entsprechend geeignete Frontfrauen bei Wahlen präsentieren zu können. Offensichtlich scheint die Quotierung seit Jahrzehnten keine Nachhaltig bei der Erzeugung geeigneter Frauen zu haben. Das sollte man auch in den Vorstandsetagen bedenken. Wenn das so weitergeht, dann wollen auch Migranten, Moslems, Juden, Christen und ungläubige quotiert werden.

Herr Horst Meiller

01.06.2015, 09:13 Uhr

Christen bestimmt nicht, die sind hier demnächst in der deutlichen Minderheit, die Kirchen haben den Status der völligen Anbiederung an die neue Staatsideologie erreicht und verharren im Schockstarre-Modus. Schon eher Migranten, DE-Abschaffer, Klimawandellügner, Antifanten, Gewaltverharmloser, Pädophilenversteher und alle Vertreter sexueller Randgruppen, die schon heute zu Wortführern hochgepuscht werden,

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×