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16.03.2012

10:00 Uhr

Christian Lindner

Das letzte Aufgebot der FDP

In Nordrhein-Westfalen geht es für die FDP um alles oder nichts. In der Schicksalswahl setzen die Liberalen auf ein Comeback: Der frühere Generalsekretär Lindner soll die Rettung sein. Parteichef Rösler ist „dankbar“.

Christian Lindner soll gleichzeitig FDP-Parteichef im Landesverband werden. dpa

Christian Lindner soll gleichzeitig FDP-Parteichef im Landesverband werden.

Düsseldorf/BerlinEs ist vielleicht das große Politcomeback dieses noch jungen Jahres. Der frühere Berliner Generalsekretär Christian Lindner soll die krisengeschüttelte Partei als Spitzenkandidat in die lebenswichtige Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen führen. Darauf einigte sich der Landesvorstand der NRW-FDP in einer Sondersitzung in Düsseldorf.

Wie entscheidend diese Wahl und die wie groß die Hoffnungen der Liberalen in Lindner sind, machte Parteichef Philipp Rösler deutlich als er sagte: „Wir schicken den besten Mann.“ Rösler bezeichnete die Auflösung des Düsseldorfer Landtags und die voraussichtlich im Mai anstehende Neuwahl als Riesenchance für die Partei. „Von hier wird ein Signal ausgehen auch weit über den Bundesverband hinaus für die gesamte Bundes-FDP.“

Es sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, der klar für das Land Nordrhein-Westfalen stehe, sagte Rösler im „Morgenmagazin“ der ARD. Nach eigenen Angaben ist Rösler „froh und dankbar“, dass der frühere Generalsekretär die Spitzenkandidatur im nordrhein-westfälischen Wahlkampf übernimmt. „Jedem ist klar, es geht hier um NRW, aber es geht darüber hinaus um die Frage, wird es in Zukunft eine liberale Partei geben“, sagte Rösler weiter.

Die FDP in Nordrhein-Westfalen hatte am Donnerstagabend auf einer außerordentlichen Sitzung des Landesvorstands in Düsseldorf entschieden, dass Lindner als Spitzenkandidat die Liberalen als in die Landtagswahl im Mai führen und zugleich den Vorsitz der

NRW-FDP von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr übernehmen soll. Lindner war kurz vor Weihnachten als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten und hatte damit Verärgerung in der Partei ausgelöst. Grund seines Rückzugs war offenbar die

Unzufriedenheit mit der anhaltenden Krise der FDP und dem Kurs der Parteiführung unter Rösler.

Das ist zweifellos ein sensationelles Comeback für Christian Lindner: Nur drei Monate nach seinem überraschenden Rücktritt vom Amt des FDP-Generalsekretärs greift der 33-Jährige schon wieder nach einer Riesenherausforderung. Chef im größten FDP-Landesverband in NRW will er werden, die bei zwei Prozent Umfragewerten darbende FDP als
Spitzenkandidat wieder in den Landtag führen und möglichst auch in eine neue Landesregierung.

Und genau deshalb soll der 33-Jährige auch Parteichef im größten Landesverband werden. Der amtierende Parteichef, Daniel Bahr, kündigte an, Lindner auf dem nächsten Landesparteitag als neuen Vorsitzenden vorzuschlagen. Er wolle die Führung in NRW in eine Hand legen, damit Lindner die volle Rückendeckung des Landesverbands habe, sagte Bahr.

Dass Bahr, der den Verband erst seit 14 Monaten führt, den Vorsitz in Lindners Hände legen will, hatte niemand auf dem Zettel. Doch der Landesvorstand votierte laut Parteiangaben einstimmig für den charismatischen Jungstar, der kaum zwei Monate Zeit hat, um seine fast unmöglich erscheinende Mission zu erfüllen.

Bereits vor der abendlichen Sitzung schossen die Spekulationen ins Kraut. Auch Bahr galt als Kandidat für die Spitzenkandidatur. Als er sich gemeinsam mit Lindner und dem bisherigen Landtagsfraktionschef Gerhard Papke zu einem vertraulichen Dreier-Gespräch zurückzog und die übrigen Landesvorstandsmitglieder eine Stunde auf den Beginn der
Sitzung warten mussten, kamen Gerüchte über einen Führungskampf auf.

Kommentare (38)

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exFDPler

15.03.2012, 22:12 Uhr

Zum Totlachen!

Die Partei, die es bald nicht mehr auf der politischen Bühne gibt, ist nur noch eine Lachnummer. Ausgerechnet die Milchbubis, die es bisher zu nichts gebracht haben, wollen sie retten?

Good bye FDP!

Account gelöscht!

15.03.2012, 22:14 Uhr

er ist es , der Auserwaehlte

Dr.X

15.03.2012, 22:21 Uhr

Tja, schon traurig auf welches Personal die FDP zurückgreifen muss.

Einfach erbärmlich!

Leistungsträger sehen anders aus. Wer nur Diäten und Pensionen kassiert und keine Erfolge in seiner politischen Karriere und Bilanz vorweisen kann, wird die FDP nicht aus dem Dreck ziehen. Lindner ist eine klare Fehlbesetzung. So wie das Personal alt und verbraucht ist, ist auch die Partei zum Exodus verdammt. Für Deutschland ist dies kein Nachteil. Ohne die Lobbypartei FDP geht es wieder aufwärts!

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