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09.09.2013

10:58 Uhr

Christian Ude

Der Herausforderer

Allen Umfragen zum Trotz: Auf Christian Ude ruhen die Hoffnungen der bayerischen Sozialdemokratie: Nach langem Zögern und kurz vor dem Ruhestand fordert der Münchner OB Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) heraus.

Hat noch lange nicht aufgegeben: SPD-Spitzenkandidat  Christian Ude. dpa

Hat noch lange nicht aufgegeben: SPD-Spitzenkandidat Christian Ude.

MünchenDer Herausforderer hat mit dem Amtsinhaber eines gemeinsam: Christian Ude wollte – wie auch Horst Seehofer – eigentlich nie bayerischer Ministerpräsident werden. „Meine Lebensaufgabe liegt im Münchner Rathaus“, sagte der langjährige Oberbürgermeister einmal. Dann aber hat es sich der Sozialdemokrat, der mit der bayerischen SPD über viele Jahre hinweg nicht allzu viel anfangen konnte, doch anders überlegt: Im Sommer 2011 gab er bekannt, dass er bei der Landtagswahl als Spitzenkandidat für die SPD ins Rennen gehen will. Am 15. September gilt es nun.

Doch die Chancen, dass Ude (65) sein Amtszimmer im Rathaus mit dem in der Staatskanzlei tauschen könnte, stehen kurz vor der Wahl schlecht: Die CSU liegt in Umfragen klar vor dem von Ude angestrebten Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern. Der Herausforderer will sich aber nicht beirren lassen. Ude tourt bis zuletzt quer durch Bayern und kämpft für das große Ziel: den historischen Machtwechsel.

Die Landtagswahl in Zahlen und Fakten

Wahlberechtigung

Rund 9,5 Millionen Menschen sind wahlberechtigt.

Etwa 650 000 junge Menschen können erstmal wählen gehen.

15 Parteien mit insgesamt 1769 Bewerbern stehen zur Wahl.

Mandate

180 Sitze werden vergeben, darunter 90 Direkt- und 90 Listenmandate. Es kann aber am Ende auch mehr Abgeordnete geben - nämlich durch sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate. Bei der Wahl 2008, also vor der jüngsten Stimmkreisreform, hatte es noch 91 Stimmkreise und damit 91 Direktmandate geben.

Fraktionen

5 Fraktionen gab es zuletzt im Landtag: CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP. Umfragen zufolge muss die FDP aber nun zittern, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde schafft und wieder ins Parlament einzieht.

Stimmzettel

5 Stimmzettel bekommt jeder Wähler am Wahlsonntag: 2 für die Landtagswahl sowie 2 für die parallel stattfindende Bezirkswahl. Zudem gibt es einen Stimmzettel, auf dem die Wähler über fünf Änderungen der Bayerischen Verfassung abstimmen können.


Es ist eine für ihn ungewohnte Rolle. Als OB regiert er in der Landeshauptstadt seit 20 Jahren unangefochten. Er wird in der Stadt allgemein geachtet und anerkannt. Seine Bürgernähe brachte ihm sogar einmal den Spitznamen „Bürger King“ ein. Und seine Wahlergebnisse sprechen für sich: 1993 wurde Ude mit 50,8 Prozent erstmals zum OB gewählt. Seither hat er seine Ergebnisse stetig auf über 60 Prozent gesteigert. 2008, als er sich eigentlich gar nicht mehr zur Wahl stellen wollte, holte er mit 66,8 Prozent seinen persönlichen Rekord.

Als Landtagswahl-Spitzenkandidat aber steht Ude seit zwei Jahren unter landesweiter Dauerbeobachtung. Kritik ist da viel mehr als früher an der Tagesordnung. Doch wenn es allzu kritisch wird, reagiert Ude empfindlich – noch so eine Gemeinsamkeit Ude-Seehofer.

Kommentare (1)

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09.09.2013, 11:21 Uhr

In München herrscht seid vielen Jahren Stillstand. Zu undurchdringlich ist der rot-grüne Filz in der Landeshauptstadt geworden. Ich wünsche Herrn Ude einen angenehmen Ruhestand.

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