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14.05.2011

14:43 Uhr

City-BKK Kunden

Union droht Kassenchefs wegen Abweisung

Krankenkasse gesucht: Allen Mahnungen zum Trotz werden Patienten der bankrotten City BKK von anderen Krankenkassen abgewiesen - sie sind ihnen zu alt und zu teuer. Die Union droht Vorständen mit scharfen Konsequenzen.

Ein Passant geht an Firmenschildern der City BKK Krankenkasse in Hamburg vorbei. Quelle: dpa

Ein Passant geht an Firmenschildern der City BKK Krankenkasse in Hamburg vorbei.

BerlinDie Kritik an der Blockadehaltung gesetzlicher Krankenkassen bei der Aufnahme von Versicherten der bankrotten City BKK wächst. Die CDU droht den Vorständen unwilliger Kassen mit scharfen Konsequenzen. „Vielleicht sollten wir die Kassenchefs da direkt in Haftung nehmen für jeden einzelnen Fall“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), in Berlin.

Der Marktführer Barmer GEK sprach sich am Samstag für eine „solidarische Auffanglösung“ aus. Diese werde es für die Betroffenen geben, die noch keine neue Kasse gefunden haben, sagte Verwaltungsratschef Holger Langkutsch in Berlin. Viele Patienten der vor der Schließung stehenden City BKK werden von anderen Kassen abgewimmelt. Sie müssen bei der Suche nach einer neuen Kasse mit Schikanen kämpfen.

Die City BKK mit zuletzt 168 000 Versicherten wird zum 1. Juli geschlossen. Ihre Probleme beruhen vor allem auf der überalterten Mitgliederstruktur in Hamburg und Berlin. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte zuvor Kassen, die neue Kunden abweisen, scharf gerügt. Der Kassenverband forderte, jede Kasse sollte Betroffene aufnehmen. Am Donnerstag wollen Kassenvertreter über Auswege beraten. Spahn sprach von einem „Skandal“. An die Adressen der Kassen, die Versicherte abweisen, sagte er: „In Sonntagsreden nennen sie sich Anwalt der Patienten und in der Woche wimmeln sie Schwerkranke ab.“ Barmer-Verwaltungsratschef Langkutsch ermahnte andere Kassen, das Solidaritätsprinzip könne nicht nur für einige Kassen gelten. „Im Fall der City BKK geht es auch darum, dass wir zwischen den Kassen und Kassenarten zu einem fairen Ausgleich kommen.“ Künftig sei mehr Transparenz über Auswirkungen von Kassen-Schließungen nötig. Für die Barmer GEK gelte: „Wer Mitglied werden will, wird Mitglied.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Kassenwaise

14.05.2011, 15:05 Uhr

Abwimmeln von City BKK-Mitgliedern ist garnicht nötig. Die Techniker Krankenkasse meldet sich auf Aufnahmeanträge garnicht erst - auch eine "Lösung"

poolliter

14.05.2011, 15:31 Uhr

GKV´s das sind Pflichtsolidargemeinschaften, an denen sich die Leistungsfähigsten nicht beteiligen müssen.
Was wundert´s, wenn die Krankenkassen, das bereits von der Politik vorgegebene Prinzip der Unsolidarität auch selbst anwenden.

Thomas-Melber-Stuttgart

14.05.2011, 17:05 Uhr

Weshalb braucht man knapp 200 Marktteilnehmer, welche gleiche Leistungen i.d.R. zum gleichen Preis anbieten und wo ein Wettbewerb rechtlich untersagt ist, und Kostennachteile durch Transfers kompensiert werden?

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