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19.03.2004

07:20 Uhr

Clement verspricht Bombardier-Belegschaft Hilfe

Politik will Bahnwerk zum zweiten Mal retten

Über die Zukunft des von der Schließung bedrohten Bahnwerks Halle-Ammendorf mit rund 750 Arbeitsplätzen soll an diesem Freitag ein Krisengipfel unter Leitung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) beraten. Dazu werden in Magdeburg Vertreter von Bundes- und Landesregierung, des Unternehmens Bombardier und des Betriebsrats zusammenkommen.

ek/huh DÜSSELDORF. Ein Bombardier-Sprecher erklärte zum Treffen: „Wir sind gesprächsbereit, damit die von uns beabsichtigten Beschlüsse im Interesse der betroffenen Menschen möglichst weitgehend entschärft werden.“ Es würden darüber hinaus Gespräche mit großen Industrieunternehmen in der Region geführt, um Ammendorf-Mitarbeitern zu neuen Arbeitsplätzen zu verhelfen. Von der Absicht, das Werk vollständig aufzugeben, werde Bombardier Transportation jedoch nicht abrücken.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) versprach: „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie das Werk geschlossen wird“, Bombardier hatte am Mittwoch die Schließung des Werkes Ammendorf für 2005 angekündigt. Die Belegschaft kündigte Proteste an. „Wir werden alles unternehmen, um den Standort zu sichern und alle Instrumente der Politik einsetzen“, sagte Clement. „Wir wollen prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, die Schließung zu verhindern, und ob sie unabweisbar ist.“ Ein Sprecherin Clements wollte auf Anfrage keine Aussage darüber machen, ob die Bundesregierung bereit sei, den Erhalt des Werkes finanziell zu unterstützen. Zunächst müsse bei dem Krisengespräch ausgelotet werden, ob es überhaupt einen Lösungsweg gebe.

Anfang 2002 war das Werk schon einmal von der Politik vor der Schließung gerettet worden, nachdem sich Bundeskanzler Gerhard Schröder für seinen Erhalt stark gemacht hatte. Die damalige SPD/PDS-Landesregierung unter Reinhard Höppner hatte Bombardier Grundstücke in zweistelliger Millionenhöhe abgekauft. Die Bahn hatte sich verpflichtet, Aufträge zu Gunsten des Standorts Ammendorf zu vergeben.

Der IG-Metall-Bezirksleiter für Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, kündigte ein Konzept der Gewerkschaft an, wie die Produktion von Eisenbahnwaggons in Ammendorf erhalten werden könne. „In den nächsten zwei Wochen werden wir das vorlegen“, sagte Meine dem Handelsblatt. Halles IG Metall-Chef Günther Meißner ergänzte: „Man kann ja auch überlegen, ob es ein Leben außerhalb von Bombardier gibt“.

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