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27.01.2007

14:13 Uhr

CO2-Grenzwerte

Konzernchefs warnen vor Jobverlust

Die Chefs der fünf großen deutschen Automobilhersteller haben in einem Brief an die EU-Kommission vor Konsequenzen für die Beschäftigung gewarnt, sollte Brüssel den Grenzwert für den CO2-Ausstoß auf 120 Gramm pro Kilometer festsetzen. In Europa drohe ein Verlust von Arbeitsplätzen.

HB HAMBURG. Die EU-Kommission greife nachhaltig in die Zukunft der deutschen Automobilindustrie ein, heißt es nach einem Bericht von „Bild am Sonntag“ in dem Brief, den Norbert Reithofer (BMW), Bernhard Mattes (Ford), Hans Demant (Opel), Martin Winterkorn (Volkswagen) und Dieter Zetsche (Daimler-Chrysler) unterzeichnet hätten. Es drohten schwerste Verwerfungen in der Automobil- und Zulieferindustrie.

Die Pläne bedeuteten eine massive industriepolitische Intervention zu Lasten der gesamten europäischen, aber im Besonderen der deutschen Automobilindustrie. Eine solch "kategorische Zielsetzung" könne daher nicht akzeptiert werden, da durch "diese gravierende Verzerrung des Wettbewerbs" die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Standorte in Europa massiv geschwächt würde . Eine Abwanderung zahlreicher Arbeitsplätze bei den Automobilherstellern wie auch in der Zulieferindustrie aus Deutschland und anderen Produktionsstandorten in Europa wäre die unmittelbare Folge, zitiert „Bild am Sonntag“ aus dem Brief.

Bütikofer kritisiert Verbrauchs-Vorgaben der Branche

Der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer sagte in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die europäische Automobilindustrie habe sich vor fast zehn Jahren zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs ihrer Fahrzeugflotten verpflichtet. „Dann haben die großen deutschen Konzerne sich wohl klammheimlich darauf geeinigt, dieses Ziel gegen die Wand fahren zu lassen. Und jetzt sagen sie: Wir erreichen unser Ziel nicht, erwarten aber, dass ihr das akzeptiert, und machen weiter wie bisher. Das ist völlig inakzeptabel und industriepolitisch hanebüchen.“

Auf dem kalifornischen Markt würden heute schon Umweltstandards gelten, die DaimlerChrysler erst jetzt mit seiner neuesten Diesel- Technologie erreiche. Wer aber ökologisch hinterherlaufe, verliere Marktanteile und Jobs. „Die Wirtschaftskraft und die Arbeitsplätze werden gemeinsam mit der Umwelt draufgehen, wenn die Herrschaften in den Autokonzernen sich nicht ein bisschen mehr bewegen und sich mit ihren Innovationen nach der Decke strecken“, meinte Bütikofer.

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