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15.01.2013

19:54 Uhr

Comeback

Die Leere von Guttenberg

VonHolger Alich

Der einstige Hoffnungsträger der Union ist zurück. Doch bei seinem großen Auftritt auf dem Alpensymposium in Interlaken hat Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg wenig zu sagen – doch das lautstark.

Große Geste - kleine Wirkung: Bei seinem Auftritt in Interlaken hat Guttenberg wenig zu sagen.

Große Geste - kleine Wirkung: Bei seinem Auftritt in Interlaken hat Guttenberg wenig zu sagen.

InterlakenEr kommt ohne Krawatte, zum dunklen Sakko trägt er ein blaues Hemd, dessen oberster Knopf offen bleibt. Gleich zu Beginn spricht er die Frage an, die alle sich im Podium stellen: „Warum sucht der Guttenberg wieder das Podium? Ist es Eitelkeit? Die Suche nach Aufmerksamkeit?“, fragt der Ex-Minister rhetorisch und spricht von sich in der dritten Person.

Am Ende seines rund einstündigen Vortrags am Dienstagabend auf dem 11. Alpensymposium im Viktoria Jungfrau Hotel in Interlaken ist das Publikum auch nicht viel schlauer. Zu seiner Person hatte der einstige deutsche Polit-Star nicht viel Neues zu berichten. Er wolle sich „wieder einbringen“, erklärte er gewichtig. „Ob dazu die Politik das richtige Form ist, weiß ich nicht.“

Der Satz suggeriert, dass er die Wahl dazu hätte. Er hat sie nicht. Politisch gilt Guttenberg in Berlin nach seiner peinlichen Affäre um die abgeschriebene Doktorarbeit und dem missglückten Comeback-Versuch vom November 2011 als erledigt. Daher beeilte er sich zu versichern, dass „eine politische Rückkehr in meinen Gedanken derzeit überhaupt nicht vorkommt.“

Aber warum sprach er dann? Denn inhaltlich hatte er auch nicht mehr als eine lose Aneinander-Reihung von Allgemeinplätzen zu bieten. Guttenberg sprach von „globalen Trends“ und über „fünf Risikocluster“, wie „geopolitische Risiken“ oder „technologische Risiken“. Im wilden Ritt durch die Schlagzeilen ging es von Mali über Syrien bis hin zur neuen Macht von Google und Facebook.

Kostprobe gefällig? „Das Internet ist ein wunderbarer Platz der Möglichkeiten, aber auch ein Platz von kriminellen Handlungen.“ Bei diesem geballten Sachverstand versteht man gleich, warum ihn die EU-Kommissarin Neelie Kroes zu seinem Internet-Berater gemacht hat.

Angesichts dieser inhaltlichen Magerkost scheint die Botschaft seines Vortrags eher darin zu liegen, dass er als Manifest des Niedergangs gesehen werden kann. Erörterte Guttenberg in seinem alten Leben die Sicherheitspolitische Lage mit US-Außenministerin Hillary Clinton, war am Dienstag Abend einer seiner Vorredner auf dem Symposium der Schweizer Landwirt Martin Juncker, der über seinen Erfolg mit Kürbis-Ausstellungen referierte. Ferner steht auch Casting-König Dieter Bohlen auf der Referentenliste.

Kommentare (37)

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Ich_kritisch

15.01.2013, 20:26 Uhr

Der Mann sieht verlebt aus ...

Ich tippe auf Koks und Alkohol.

Ein unwichtiger Mann - schade um den Platz für diesen Artikel.

Bernd

15.01.2013, 20:27 Uhr

So ein Artikel ist einfach nur ärgerlich und ein Beispiel für nachlassende Qualität des Jounalismus: Statt Information wir nur ein Meinungsbrei geliefert. stumpfes Basinger eines lange zurückgetretenen. Was war das Thema des Vortrages? Nicht mal dazu gibt es eine Aussage. In seiner stumpfen Niveaulosigkeit kann es der Artkel mindestens mit dem Objekt seiner Beschreibungen mindestens aufnehmen. Abstoßend.

Monika

15.01.2013, 20:42 Uhr

@Bernd

Die Überschrift des Artikels sagt doch alles. Wozu im Artikel noch mehr erwähnen, wenn Guttenberg inhaltlich nichts Erwähnenswertes gesagt hat. Der Mann hat sich nun auch in seinem Äußeren so angepasst, wie er schon zu Politikerzeiten herübergekommen ist.

Damals hat er sich hinter einer Maske aus Haargel und Rhetorik versteckt. Inhaltlich war er auch damals schon ein Underperformer. In das Gefüge der CSU würde er also gut hineinpassen!

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