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01.10.2017

12:30 Uhr

Computerspiel zum Einheitstag

Blunies feiern die Demokratie

Studenten der Hochschule Trier haben das komplexe Zusammenspiel der Demokratie in ein Computerspiel gebracht – mit einem Schutz gegen Fake-News. Rheinland-Pfalz will damit die Gaming-Branche voranbringen.

Die Idee dazu kam aus der Landesregierung Mainz.

Computerspiel „Rette die Blunies“

Die Idee dazu kam aus der Landesregierung Mainz.

Trier/Mainz„Ein kleiner Blunie ist geschlüpft und macht sich auf die Reise!“ So beginnt ein Computerspiel, das Studentinnen und Studenten der Hochschule Trier für den Tag der Deutschen Einheit in Mainz entwickelt haben. „Wir wollten der Politik einmal zeigen, was man mit Computerspielen alles machen kann“, sagt Projektleiter Frank Kramp. Ein halbes Jahr lang hat das Team von 25 jungen Game-Designern an dem Spiel gearbeitet. Jetzt können die Besucher auf der „Demokratiemeile“ des Bürgerfestes am 2. und 3. Oktober der Aufforderung des Computerspieltitels folgen: „Rette die Blunies!“

„Es war das Ziel, ein komplexes Thema wie das demokratische Zusammenleben in ein einfaches Spielkonzept zu übertragen“, sagt die Trierer Professorin für Game-Design, Linda Breitlauch. Die Medienwissenschaftlerin begleitet vor dem Tag der Deutschen Einheit die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf ihrer Kanadareise. Dort steht auch ein Besuch bei Ubisoft Montreal auf dem Programm, das mit mehr als 2700 Beschäftigten zu den weltweit größten Entwicklerstudios für Computerspiele gehört.

Bei Ubisoft Blue Byte in Mainz sind es mehr als 100 Mitarbeiter, und Dreyer will die Branche im Land weiter stärken. So soll in Trier ein „Game Hub“ entstehen, ein Zentrum für die Computerspielbranche mit Breitlauchs Fachrichtung Intermedia Design am Campus Gestaltung der Hochschule Trier als Kreativschmiede, aus der dann eine Vielzahl von Startups entstehen könnten. „Wir haben viele kreative Köpfe im Land, es ist an uns, sie zu fördern“, sagt Hochschulpräsident Norbert Kuhn.

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Die Idee für die Blunies kam aus der Landesregierung in Mainz. „Wir fanden, es wäre eine tolle Sache, wenn wir zum Tag der Deutschen Einheit ein Computerspiel hätten“, sagt Dreyer.

Der Spieler muss kleinen taumelnden Gestalten dabei helfen, ans Ziel zu gelangen. Die Blunies stehen für die Bürger eines fiktiven Volks. Ihre Hautfarbe ist blau und sie sind geschlechtslos – so entfiel die Notwendigkeit, zahlreiche unterschiedliche Gestalten zu entwickeln, um die Vielfalt der Menschen wiederzugeben. „Die Botschaft ist, dass wir einander brauchen“, sagt der 31-jährige Computerspiel-Entwickler.

„Auch wenn es ganz einfach aussieht, steckt doch eine professionelle Spielentwicklung dahinter“, erklärt Kramp. „Wir haben jede Animation, jede Bewegung, in eine Vielzahl von kleinen Tasks, also Aufgaben, aufgeteilt.“ Für die Programmierung nutzten die Studenten die Entwicklungsumgebung Unity – sehr passend für ein Spiel zum Tag der Deutschen Einheit.

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