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22.01.2007

07:35 Uhr

CSU

Der K(r)ampf geht weiter

VonMaximilian Steinbeis

Die CSU hat aufreibende Wochen hinter sich – doch was vor ihr liegt, macht ihr auch keine rechte Freude, siehe die Personalie Seehofer. Nach der Ankündigung Edmund Stoibers, seine Ämter Ende September niederlegen zu wollen, stellt sich mancher deshalb die bange Frage: Bis Ende September, das ist noch ein Dreivierteljahr – hält die Partei das so lange durch?

BERLIN. „Das wird sehr schwierig“, sagt ein Mitglied der obersten Parteiführung zum September-Termin, an dem Stoiber sowohl sein Amt als CSU-Vorsitzender, als auch das des bayerischen Ministerpräsidenten niederlegen will. „Das bedarf einer großen Kraftanstrengung aller.“ Zwei Dinge sind es, die den Parteifunktionären Sorgen bereiten. Erstens: Wie stabil und handlungsfähig ist eine Partei, deren amtierender Chef die Macht nicht mehr und deren künftige Chefs sie noch nicht in Händen haben? Und zweitens: Was treibt Horst Seehofer?

Noch überwiegt die Erleichterung, dass sich Stoiber überhaupt bereit gefunden hat, die Macht abzugeben. Niemand werde ihn jetzt noch vorzeitig vom Thron zerren, heißt es an der Parteispitze. Seine Tour durch die Bezirksparteitage werde zu einer Jubelfeier für Stoiber, dessen Verdienste für Bayern und die CSU zu würdigen jetzt wieder vielen leichter fällt.

Dennoch ist nicht gesagt, dass das von Stoiber genannte Rücktrittsdatum 30. September zu halten sein wird. „Die Überlegungen sind sicher nicht zu Ende“, formulierte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos am Sonntag vorsichtig im Deutschlandfunk. Und Bayerns Innenminister Günther Beckstein legte in der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag nach: Es sei zwar der Wunsch Stoibers, bis Ende September im Amt zu bleiben, „aber über zwei Monate weniger wird man sicherlich reden können.“

In Berlin sei die CSU mit Stoiber an der Spitze nicht durchsetzungsfähig genug, heißt es. Und in München gehe jetzt ein monatelanges Herumgeschiebe von Posten und eifriges Schmieden von Karrierebündnissen los. Das mache ein vernünftiges Arbeiten unmöglich.

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