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19.01.2007

12:35 Uhr

CSU

Huber: Reformer mit Intrigen-Erfahrung

VonMaximilian Steinbeis

Erwin Huber wird aller Voraussicht nach Stoibers Nachfolger als Vorsitzender der CSU. Huber könnte im Kabinett von Günther Beckstein vom Wirtschafts- ins Finanzressort wechseln. Und dann bei der Bundestagswahl 2009 als CSU-Spitzenkandidat antreten. Die Konstellation ist nicht unheikel.

Nachfolger von Edmund Stoiber? Erwin Huber und Günther Beckstein. Foto: Archiv dpa

Nachfolger von Edmund Stoiber? Erwin Huber und Günther Beckstein. Foto: Archiv

BERLIN. Keiner hatte sich stärker angestrengt, nur ja keinen Zweifel an seiner Stoiber-Treue aufkommen zu lassen. Am Dienstagabend in Wildbad Kreuth, als drinnen im Saal die Attacken auf Stoiber einprasselten, hatte Erwin Huber den wartenden Journalisten noch erzählt, „aus seiner Sicht“ zeichne sich eine Mehrheit für eine weitere gemeinsame Zukunft mit Stoiber ab. Da hatte Fraktionschef Joachim Herrmann schon von jenem berühmten Spaltbreit gesprochen, um den sich die Tür zu Stoibers Rückzug geöffnet habe.



Durch diesen Spalt ist Huber jetzt offenbar selbst hindurchgeschlüpft: Er wird aller Voraussicht nach Stoibers Nachfolger als Vorsitzender der CSU. Der Wirtschaftsminister könnte dabei vorerst in München bleiben, im Kabinett von Günther Beckstein vom Wirtschafts- ins Finanzressort wechseln. Bei der Bundestagswahl 2009 dürfte er als CSU-Spitzenkandidat antreten.



Die Konstellation ist nicht unheikel. Huber wollte eigentlich Ministerpräsident werden und hatte sich darüber 2005 schon einen mit allen Mitteln geführten Kleinkrieg mit Beckstein geliefert. „Da gibt es einen Parallelfall“, sagt ein Mitglied der Parteispitze: „Schröder und Lafontaine“. Der Kanzler und sein Parteichef als Finanzminister. „Das war jetzt nicht so ein Erfolgsmodell.“



Andere hoffen, beide seien Profi genug, um zu wissen, dass sie nur gemeinsam erfolgreich sein können. Ohne einen Sieg bei der Landtagswahl 2008 könnten beide einpacken und der Rest der CSU gleich mit.



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