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17.01.2007

21:28 Uhr

CSU-Minister in der Offensive

Seehofer kündigt Klage gegen Medien an

Am Donnerstag beginnt in Berlin die Grüne Woche - für Landwirtschaftsminister seit jeher ein Pflichttermin. Für Amtsinhaber Horst Seehofer, wegen außenehelicher Amouren in den Schlagzeilen, dürfte es diesmal ein unangenehmer Gang werden. Vorab hat sich Seehofer nach tagelangem Schweigen zu Wort gemeldet.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer im Bundestag auf einem Archivbild vom Februar 2006. Foto: dpa dpa

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer im Bundestag auf einem Archivbild vom Februar 2006. Foto: dpa

HB BERLIN/MÜNCHEN. Seehofer sagte auf die Frage, ob er den Vorsitz der CSU anstrebe, weil ihn die Landwirtschaftspolitik nicht ausfülle, zur „Süddeutschen Zeitung“: „Was ich besonders anstrebe ist, meine Arbeit gut zu machen. Bundeslandwirtschaftsminister zu sein, ist nicht nur eine überaus herausfordernde und ausfüllende Arbeit, sondern sie macht mir auch außerordentlich viel Freude“.

Später gab Seehofer zudem der Deutschen Presse-Agentur ein Interview, in dem er auf die Presseberichte über seine Liebesaffäre einging. Der Minister sagte: „Über meine privaten und familiären Angelegenheiten werde ich mich in der Öffentlichkeit nicht äußern. Eine Diskussion auf dieser Ebene ist unter meinem Niveau.“ Seehofer erklärte weiter, er finde es „traurig, dass in bestimmten Medien eine Kampagne läuft, die auch meine Familie stark beeinträchtigt. Ich werde hiergegen nachhaltig mit allen rechtlichen Möglichkeiten vorgehen und habe diese Vorgänge an meine Anwälte von der Sozietät Prinz übergeben.“ Der Anwalt Matthias Prinz vertritt Prominente regelmäßig in Prozessen gegen Medien. Zu seinen Mandantinnen gehörte unter anderem Prinzessin Caroline von Monaco.

Der 57-jährige Seehofer war als einer von zwei Kandidaten für eine mögliche Doppelspitze anstelle des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber genannt worden. Während Seehofer als Anwärter für den Parteivorsitz galt, wurde der bayerische Innenminister Günther Beckstein als Ministerpräsident gehandelt.

Zu Wochenbeginn hatte die „Bild“-Zeitung öffentlich gemacht, dass der verheiratete Politiker in Berlin ein Verhältnis mit einer Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten der Union habe. Die 32 Jahre alte Frau erwarte ein Kind von Seehofer. Als er am Wochenende vorab mitbekam, dass seine Affäre auffliegen würde, hatte er eilig dafür plädiert, den CSU-Vorsitz und den Posten des bayerischen Ministerpräsidenten in einer Hand zu belassen.

Mit der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin nimmt Seehofer an diesem Donnerstag erstmals seit mehreren Tagen wieder einen öffentlichen Termin wahr.

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