Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2007

09:05 Uhr

CSU

Rückhalt für Stoiber schwindet

Edmund Stoiber hat im Führungsstreit der CSU seinen Machtanspruch bekräftigt. Er habe "in der Sache noch etwas vor", sagte der CSU-Chef kurz vor Beginn der Klausurtagung in Wildbad Kreuth. Die Mehrheit der Bayern ist davon allerdings immer weniger begeistert.

Ungemütliche Zeiten: der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Archivfoto: dpa dpa

Ungemütliche Zeiten: der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Archivfoto: dpa

HB BERLIN. „Ich stelle mich der Führungsverantwortung, weil ich in der Sache noch etwas vorhabe: Bayern als eines der erfolgreichsten Länder in Deutschland und Europa zu sichern und genauso die CSU als einzigartige 50-plus-x-Partei“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Nach Angaben des Blattes bezog Stoiber dies sowohl auf sein Regierungsamt wie auch auf den CSU-Vorsitz. Zur Führungsdebatte in seiner Partei sagte er: „Ich erwarte Klartext von Kreuth und von unserer Präsidiums-Sitzung.“

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sprach sich gegen eine Trennung des Regierungsamts und des Parteivorsitzes von Stoiber aus. „Gerade zu Zeiten der großen Koalition ist das Zusammensein beider Ämter in einer Hand das einzig Richtige für den Freistaat Bayern und unsere Partei“, sagte er in der ARD.

Bei ihrer Klausur werde die Landesgruppe deutlich machen, dass Stoiber „unser stärkstes Pferd ist, unsere Partei in der großen Koalition zu vertreten“. Ramsauer hatte am Wochenende gesagt, er halte eine Trennung von Parteivorsitz und Regierungsamt in Zukunft für denkbar.

CSU-Vize Horst Seehofer nahm in der „Süddeutschen Zeitung“ ebenfalls gegen eine Trennung zum gegenwärtigen Zeitpunkt Stellung: „Wir stehen zu Edmund Stoiber in beiden Funktionen.“

In der bayerischen Bevölkerung schwindet indes der Rückhalt für Stoiber. Die meisten bayerischen Bürger sind dagegen, dass der 65-Jährige 2008 noch einmal als Spitzenkandidat der CSU antritt. Bei einer Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag der ARD waren 62 Prozent der 1000 Befragten gegen eine Kandidatur Stoibers und nur 31 Prozent dafür. Sogar 49 Prozent der CSU-Anhänger wollten einen neuen Kandidaten, 47 Prozent sprachen sich für den CSU-Chef aus.

Auf die Frage, wer Stoiber am ehesten nachfolgen solle, waren nach der Umfrage 40 Prozent der bayerischen Bürger und 49 Prozent der CSU-Sympathisanten für Innenminister Günther Beckstein und 20 Prozent der Bayern sowie 18 Prozent der CSU-Anhänger für Bundesverbraucherminister Horst Seehofer. Die von der Fürther CSU-Landrätin und Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli vorgeschlagene Mitgliederbefragung unter den CSU-Parteigängern befürworteten 64 Prozent der bayerischen Bürger und 63 Prozent der CSU-Anhänger. Dagegen waren 27 beziehungsweise 29 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×