Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2017

15:32 Uhr

CSU stellt Bayernplan vor

Horst Seehofer und seine „Bad Bank“

VonThomas Sigmund

Eigentlich soll es in Seehofers „Bayernplan“ ums parteieigene CSU-Programm gehen. Stattdessen wirkt es wie ein Abklatsch des gemeinsamen Wahlprogramms mit der CDU. Und der Parteichef wirkt kleiner denn je. Ein Kommentar.

Das Wahlprogramm der CSU ist zu einer Art „Bad Bank“ für alle Ideen der CDU geworden, die Merkel als toxisch ansieht. dpa

Horst Seehofer

Das Wahlprogramm der CSU ist zu einer Art „Bad Bank“ für alle Ideen der CDU geworden, die Merkel als toxisch ansieht.

Es ist Wahlkampfzeit und da interessiert Horst Seehofer offenbar nicht mehr, was er seinen Bayern verspricht. Anders kann man die Äußerung des CSU-Vorsitzenden bei der Vorstellung des „Bayernplans“ nicht verstehen, die Obergrenze in der Flüchtlingspolitik „ist und bleibt ein Ziel“ seiner Partei. Keine 24 Stunden vorher hatte CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel noch Seehofer seine persönliche Obergrenze erklärt. Ihre Haltung dazu sei klar, sagte sie in einem Sommerinterview. „Das heißt, ich werde sie nicht akzeptieren“.

Seehofer steht nun in der Obergrenzen-Debatte selten verzwergt da. Doch schon in den letzten Wochen fiel die geradezu für Seehofer devote Haltung gegenüber der Kanzlerin auf. Von der „Herrschaft des Unrechts“ ist längst keine Rede mehr. Vergessen ist die gemeinsame Pressekonferenz Anfang des Jahres, als Seehofer gute Laune versprühen wollte, aber Merkel so schlecht gelaunt von München nach Berlin zurückreiste, dass mancher Politikbeobachter das Ehe-Aus befürchtete. Jetzt ist alles anders.

Bundestagswahlkampf

Kurz zusammengefasst: Mit diesem Wahlprogramm will die Union punkten

Bundestagswahlkampf: Kurz zusammengefasst: Mit diesem Wahlprogramm will die Union punkten

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Zehn Wochen vor der Bundestagswahl heißt es nun, die Reihen zu schließen und das zu akzeptieren, was unvermeidlich ist. Für Seehofer ist klar: Merkel muss Kanzlerin bleiben, damit auch er 2018 in Bayern einer ungefährdeten Wiederwahl mit absoluter Mehrheit entgegenstreben kann. Die Diskussion, ob er durch seine Treibjagd auf Merkel ein schlechtes Wahlergebnis im Bund zu verantworten hat, kann Seehofer nicht mehr gebrauchen.

Das Wahlprogramm der CSU ist damit zu einer Art „Bad Bank“ für alle Ideen der CDU geworden, die Merkel als toxisch ansieht. Für die Kanzlerin gilt dabei der Spruch des bayerischen Erzählers Ludwig Thoma: „Man muss die Leute an ihren Einfluss glauben lassen – Hauptsache ist, dass sie keinen haben“.

CSU-Chef Horst Seehofer: Unter Glühwürmchen

CSU-Chef Horst Seehofer

Premium Unter Glühwürmchen

Horst Seehofer will weitermachen. Der CSU-Chef selbst fühlt sich von mittelmäßigen Begabungen umgeben – und hält sich als Parteivorsitzender für unersetzbar. Was das für die Bundestagswahl heißt. Ein Kommentar.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

17.07.2017, 16:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Sigmund,

Ihre hämischen Kommentare "Seehofer als Zwerg" und "Bayernplan als Bad Bank" gehen an der Realität vorbei. Zu dieser Realität gehört, dass die Kanzlerin Stimmen gewinnen muß und deshalb bis zum 24. September Oberwasser hat. Aber danach braucht sie Bündnispartner und sie braucht auch die CSU. Ohne Kompromisse mit der Schwesterpartei wird Frau Merkel nicht zur Kanzlerin gewählt.

Frau Margrit Steer

17.07.2017, 16:57 Uhr

Seehofer hat keinen Charakter.
Heute sagt er so, morgen so und überorgen wieder anders und letztendlich landet r dann immer als Bettvorleger vor Merkels Bett.
Nur gut, dass FJS das nicht mehr mit erlebt

Herr Günther Heck

17.07.2017, 17:16 Uhr

Tante Merkel hat immer noch "ohne Obergrenzen" in ihrem Hirn, Herr Seehofer.

Und auf dem G20 war scheinbar alles okay.

Die Deutschen könnnen -nein, sie müsssen- zweifeln.

Vor allem an der Zukunft für sich, ihre Kinder und Enkeln.

Vor allem dann, wer den Link POLITIKVERSAGEN kennt.

Die Opfer und deren angehörigen sollten wissen, wem sie es indirekt verdanken dürfen.

Deutschland ohne Obergrenzen,

Frau Merkel, wie machen sie das eigentlich mit Nigeria -also nur ein Land in Afrika- die über 180 Mio. Einwohner haben und für sie nur die Türen zu Europa -Deutschland ganz weit geöffnet- geöffnet sind?




Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×