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02.03.2011

16:38 Uhr

CSU-Suche

Die neue Unbeliebtheit des Ministerpostens

Vondpa

Die Zeiten ändern sich: Nach einer alten CSU-Weisheit gehen im ganzen Bayernland die Fenster auf, wenn Kabinettsposten zu besetzen sind. Denn keiner - so die Legende - will den Ruf überhören. Bis jetzt.

Horst Seehofer: Bayerns Ministerpräsident hatte mit der Nachfolgersuche Schwierigkeiten. Quelle: dpa

Horst Seehofer: Bayerns Ministerpräsident hatte mit der Nachfolgersuche Schwierigkeiten.

MünchenAngesichts des traumatischen Rücktritts von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist der Drang nach Höherem einer neuen Bescheidenheit gewichen. CSU-Chef Horst Seehofer hatte große Schwierigkeiten, den Nachfolger zu finden. Er rief - und niemand wollte. Dass CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich nun Bundesinnenminister wird, war so zunächst nicht geplant.

Eigentlich hatte Seehofer sich das ganz anders vorgestellt. Denn eigentlich brauchte er in Bayern nur einen neuen Staatskanzleichef, weil der bisherige Amtsinhaber Siegfried Schneider Chef der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien wird. Dann warf Guttenberg die Brocken hin und brachte alles durcheinander. „Der Ablauf jetzt war wirklich extrem anstrengend“, sagt Seehofer gut 24 Stunden nach Guttenbergs Rücktritt. „Ich habe sicher das eine oder andere Pfündchen verloren.“ Nun hat er Berliner und Münchner Posten in einer Paketlösung vergeben. Die formelle Suche nach dem Guttenberg-Nachfolger beginnt am Dienstagabend um 20 Uhr in der Zirbelstube der Münchner Staatskanzlei und endete am Mittwochvormittag um 10.55 Uhr, wie Seehofer berichtet.

„Solche Uhrzeiten merke ich mir“, sagt er anschließend. Zwischendurch telefoniert Seehofer mehrfach mit der Kanzlerin. Sie ruft ihn das erste Mal noch am Dienstagabend nach einer Wahlkundgebung in Baden-Württemberg an.

Eigentlich wollte Seehofer wohl Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum Bundesinnenminister machen. Doch Herrmann will nicht nach Berlin, ebenso wenig wie Finanzminister Georg Fahrenschon. Beide nennen „familiäre Gründe“. „Dafür hat man totales Verständnis“, sagt Seehofer. Parteifreunde sagen allerdings, dass vor allem im Falle Herrmanns Seehofers Verständnis doch nicht ganz so total war - der Parteichef habe sich geärgert.

Doch auch in Berlin fand sich zunächst kein Aspirant: Verkehrsminister Peter Ramsauer will sein Ressort nicht wechseln, und auch CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich verspürte nach Angaben seiner Parteifreunde zuerst wenig Neigung zum Ministeramt.

Kommentare (1)

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AndreAdrian

02.03.2011, 19:46 Uhr

Seehofer und Merkel: Ein Herz und eine ?

Der Seehofer hat ja die Merkel ganz doll lieb, oder war das "Menschlichkeit in der Politik" nur die Erleichterung von einem Mann der nicht so stark für Guttenberg seine Hand ins Feuer gelegt hat wie Fr. Merkel und sich deshalb die Pfote auch nicht so verbrannt hat?

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