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17.01.2007

14:51 Uhr

CSU und Stoiber

Die Kronprinzen drängeln doch

Edmund Stoiber hat fürs Erste gewonnen – und schürt damit neuen Unmut in seiner Partei. Die möglichen Stoiber-Nachfolger feilen offenbar trotz Kreuther "Vertrauensbeweis" an einer Strategie, wie sie den CSU-Chef zügig entmachten können. Der politische Gegner amüsiert sich indes prächtig über das CSU-Theater. Vor allem ein SPD-Spitzenpolitiker spart nicht mit Hohn und Spott.

Mögliche Stoiber-Erben: Joachim Herrmann (l.) und Erwin Huber. Foto: ap ap

Mögliche Stoiber-Erben: Joachim Herrmann (l.) und Erwin Huber. Foto: ap

HB BERLIN. Die Diskussion über das Schicksal des CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten kommt nicht zum Erliegen. Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, wandte sich jetzt erstmals klar gegen die Absicht Stoibers, die Entscheidung bis zu dem Parteitag im September offen zu lassen.

„Ich habe ein vitales Interesse an zügigen Entscheidungen“, sagte Ramsauer in Berlin. Zu seiner Solidaritätserklärung für Stoiber vergangene Woche in Kreuth sagte Ramsauer: „Die Dinge ändern sich.“

Insgesamt sei er froh, dass in Kreuth jetzt ein Meinungsbild entstanden sei. Wichtig sei, dass der weitere Weg ergebnisoffen sei. Dieser Weg müsse jetzt „mit maximaler Besonnenheit, aber sehr energisch beschritten werden“. Es sei Aufgabe aller, zusammenzuführen und nicht zu spalten.

Auch Landtagspräsident Alois Glück (CSU) sagte, es gebe "sicher keine Pause von mehreren Monaten". Die Frage müsse "in den nächsten Wochen" geklärt werden, so Glück. "Das muss schnell gehen." Der bayerische CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann hält die Frage nach dem CSU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 weiter für offen. „Die Meinungen gehen auseinander in der Frage, wer für die CSU 2008 ins Rennen geht“, sagte Herrmann im Bayerischen Rundfunk.

Bild für Bild: Die Protagonisten im CSU-Führungsstreit

Die Landtagsabgeordneten hatten die Entscheidung über die Zukunft Stoibers in der Nacht zum Mittwoch vertagt. Über den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 soll nun eigentlich auf einem vorgezogenen CSU-Parteitag im September befunden werden.

Der Beschluss ruft allerdings immer mehr Unmut in der Partei hervor. Wegen der Krise in der CSU sollte das Parlament nach dem Willen von SPD und Grünen in der Sondersitzung feststellen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Stoiber nicht mehr gegeben sei und er zurücktreten müsse - das Ziel der Opposition sind Neuwahlen. Über diesen Antrag könne auf der nächsten regulären Plenarsitzung am 30. Januar zeitnah beraten werden, schrieb Glück.

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