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01.09.2014

21:14 Uhr

CSU verliert Staatskanzleichefin

Haderthauer tritt wegen Modellauto-Affäre zurück

Über Wochen stand Bayerns Staatskanzleichefin Haderthauer wegen der Modellauto-Affäre unter Druck. Jetzt ist die CSU-Politikerin zurückgetreten – vor allem die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gaben den Ausschlag.

Die Leiterin der bayerischen Staatskanzlei, Christine Haderthauer, hat ihr Amt niederlegt. dpa

Die Leiterin der bayerischen Staatskanzlei, Christine Haderthauer, hat ihr Amt niederlegt.

MünchenBayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) muss sich einen neuen Chef für seine Staatskanzlei suchen: Die bisherige Amtsinhaberin Christine Haderthauer (CSU) stürzte über die seit Wochen schwelende „Modellauto-Affäre“ – sie trat am Montagabend „mit sofortiger Wirkung“ zurück.

Sie müsse sich nun auf die Klärung der anstehenden Fragen konzentrieren, sagte sie zur Begründung. „Dafür brauche ich Kraft und Konzentration. Nach den Erfahrungen mit der öffentlichen Berichterstattung in den letzten Wochen muss ich aber befürchten, dass das Amt und die damit verbundenen politischen Themen komplett überlagert werden würden.“ Dies entspreche nicht ihrem Amtsverständnis.

Als denkbarer Nachfolger für Haderthauer war zuletzt beispielsweise der heutige bayerische Umweltminister Marcel Huber gehandelt worden, der das Amt schon einmal innehatte. In CSU-Kreisen kursierte aber auch der Name von CSU-Europagruppenchefin Angelika Niebler. Dabei handelte es sich aber jeweils nur um Spekulationen. Als einigermaßen sicher galt, dass Seehofer einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin aus Oberbayern benennen muss – Haderthauer stammt aus Ingolstadt.

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Haderthauer betonte: „Damals wie heute bin ich auch davon überzeugt, dass ich die juristischen Vorwürfe vollständig ausräumen kann.“ Doch der Druck auf die 51-Jährige wurde wohl zu groß. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen Betrugsverdachts brachten die CSU-Politikerin in der Öffentlichkeit immer weiter in Bedrängnis.

Hintergrund ist eine Anzeige, die der frühere Mitgesellschafter von Sapor Modelltechnik eingereicht hat. Darin wirft der französische Geschäftsmann Roger Ponton dem Ehepaar Hubert und Christine Haderthauer vor, ihn um mehrere 10.000 Euro geprellt zu haben.

Die Firma verkaufte Mini-Modellautos, die von Straftätern in der Psychiatrie hergestellt wurden. Auch der verurteilte Mörder Roland S. fertigte im Gefängnis Modellautos, die von der Firma vertrieben wurden, an der neben dem Ehepaar Haderthauer auch Ponton beteiligt war. Die heutige Staatskanzleichefin war Ende 2003 aus der Firma ausgestiegen. Das zweifelt die ermittelnde Staatsanwaltschaft München nicht an. Haderthauer beteiligte sich aber 2011 an der Abfindungsvereinbarung für Ponton.

Sie selbst hatte ihr Wirken in der Firma als „von Idealismus getragenes Engagement“ bezeichnet. „Das war sicher nicht klug, das habe ich auch im Kabinett selbst gesagt“, kritisierte Seehofer sie dafür. Bei einem „freundschaftlichen Gespräch“ habe sie ihrem Chef den Rücktrittsentschluss mitgeteilt, sagte Haderthauer am Montag.

Kommentare (7)

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Herr Horst Hamacher

01.09.2014, 18:34 Uhr

Oh ha, das hat aber gedauert, .... gell!?!?

Herr Andreas Maehler

01.09.2014, 19:04 Uhr

ich will nur hoffen das die ehrenwerte dame weiter unser steuergeld aufs kto bekommt bzw ruckzuck einen überbezahlten nichtsnutzposten in der freine wirtschaft bekommt, wo sie nochmehr geld bekommt. Natürlich zusätzlich zum steuergeld.

Und Michl schaut fussball

Herr Andreas Maehler

01.09.2014, 19:06 Uhr

das ein Michl-falschparker der sein ticket nicht zahlt, von der polizei in gewahrsam genommen wird, dauert auch fast so lang.

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