Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2007

22:09 Uhr

CSU-Vorsitz

Seehofer hat schlechte Karten

Nach der Verzichts-Ankündigung Edmund Stoibers auf Ministerpräsidentenamt und CSU-Vorsitz sind zwei Posten zu vergeben - und drei Kandidaten im Rennen. Einer von ihnen, Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, hat dabei nach dem jetzigen Stand eher Außenseiterchancen.

Horst Seehofer am Donnerstag während einer Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin. Foto: dpa dpa

Horst Seehofer am Donnerstag während einer Pressekonferenz auf der Grünen Woche in Berlin. Foto: dpa

HB BERLIN/MÜNCHEN. Seehofer hatte am Donnerstag ebenso wie der bayerische Wirtschaftsminister und Stoiber-Zögling Erwin Huber seine Kandidatur für das Amt des Parteivorsitzenden angekündigt. Seehofer sagte der Zeitung „Donaukurier“: „Nach allem, was führende Partei- und Regierungsmitglieder zu mir gesagt haben, erwarte ich, dass mit mir über den Parteivorsitz gesprochen wird.“

Huber wiederum sagte dem „Münchner Merkur“, als langjähriger Generalsekretär und Staatsminister habe er „die Erfahrung, um das Profil der CSU als Volkspartei zu erhalten und ihre Gestaltungskraft auf allen Ebenen zu bewahren und in allen Bereichen einzubringen“. Der dritte im Bunde, Bayerns Innenminister Günther Beckstein, will Stoiber als Regierungschef beerben. Er sagte: „Ich habe immer erklärt, dass ich gegen Edmund Stoiber nie kandidieren werde. Mit der heutigen Erklärung ist eine andere Situation da.“

Die Lösung Beckstein/Huber war von der Landtagsfraktion am Rande er Klausurtagung in Wildbad Kreuth vereinbart worden. Zur Frühstückszeit plauderten CSU-Parlamentarier im Landtag den Plan aus. Die Landesgruppe, in der die CSU-Abgeordneten im Bundestag organisiert sind, reagierte zunächst pikiert. Vor einer Sondersitzung sagte der Abgeordnete Hans Michelbach, er und seine Kollegen seien nicht eingebunden gewesen und hätten von der Präferenz für Beckstein und Huber erst aus den Medien erfahren. Inoffiziell hieß es, selbst Landesgruppenchef Peter Ramsauer sei nicht über die Absprache informiert gewesen.

Einen eigenen Personalvorschlag machte die Landesgruppe offiziell nicht, auch der Vorsitzende Ramsauer Ramsauer keine Präferenz für einen der Kandidaten. Er sagte lediglich, der bundespolitische Anspruch und Auftrag der CSU müsse bei einer Entscheidung deutlich werden. Hinter den Kulissen scheint das Pendel aber zugunsten Erwin Hubers ausgeschlagen zu haben: Die „Augsburger Allgemeine“ zitiiert mehrere Mitglieder des Landesgruppenvorstands, die nicht genannt werden wollten, mit den Worten, Huber sei „durch“, weil der ebenfalls als möglicher Bewerber genannte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos abgewunken habe und Horst Seehofer keine Mehrheit unter den CSU-Bundestagsabgeordneten finden würde.

Michael Glos bestätigte am Abend in der Sendung „Berlin Mitte“, dass er keine Ambitionen auf den CSU-Vorsitz hat. Glos verwies auf seine aktuelle Funktion und sagte: „Das ist das schönste Amt, dass es in Deutschland gibt. Warum sollte ich mich für zweitschönere Ämter entscheiden?“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×