Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2007

13:44 Uhr

CSU-Vorsitz

Stoiber will "fairer Schiedsrichter" sein

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat Spekulationen über eine Präferenz für Seehofer zurückgewiesen.

HB MÜNCHEN. Der CSU- Vorsitzende sehe sich im Wettstreit um seine Nachfolge zwischen Bundesverbraucherminister Horst Seehofer und dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber als fairer Schiedsrichter, sagte ein Sprecher in München. „Ziel Stoibers ist, dass diese Konkurrenz fair und diszipliniert ausgetragen wird.“ Das Magazin „Focus“ berichtet, Stoiber habe vor wenigen Tagen im kleinsten Kreis eine Präferenz für Seehofer zu erkennen gegeben. Zwar habe Stoiber bei dem Gespräch gesagt, dass er Seehofers Konkurrenten Huber menschlich näher stehe und dessen jahrelange Loyalität außerordentlich schätze. Mit Blick auf die Erfolgsaussichten der CSU - insbesondere bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 - sei ein Parteivorsitzender Seehofer aber vermutlich die wirkungsvollere Lösung.

Huber zeigt sich unterdessen optimistisch, dass der Streit um den CSU-Vorsitz bald beigelegt werden kann. Das Krisengespräch mit seinem Kontrahenten Seehofer und dem scheidenden CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber am Freitag in der Staatskanzlei habe „die Chancen für eine Einigung verbessert und erhöht“, sagte Huber der „Passauer Neuen Presse“. Weitere Gespräche in den kommenden zwei bis drei Wochen sollen laut Huber eine weitere Annäherung bringen. Huber sagte, sein Ziel sei, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und Teamgeist innerhalb der CSU noch mehr zu fordern. Es werde einen Parteivorsitzenden und einen Ministerpräsidenten geben, und daneben eine ganze Reihe von Leistungsträgern, wird der Minister zitiert.

Huber selbst ließ dem Bericht zufolge indes keinen Zweifel daran, dass er sich selbst weiterhin in der Rolle des Parteivorsitzenden sieht: „Ich habe meine Kandidatur in den vergangenen Tagen schon mehrfach begründet.“ Nach dem Gespräch am Freitag hatte auch Seehofer seine Kandidatur bekräftigt, sich aber ebenfalls zuversichtlich gezeigt, dass eine „partnerschaftliche Lösung“ möglich sei. Der unterlegende von beiden Kandidaten soll nach den CSU-Plänen eine andere tragende Rolle in der Partei erhalten. Die „Berliner Zeitung“ berichtete unter Berufung auf Parteikreise, Stoiber wolle Huber und Seehofer Ende kommender Woche in Einzelgesprächen zu einer Einigung bewegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×