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20.02.2017

15:24 Uhr

CSU-Vorsitzender

Seehofer fordert Ende der CSU-Debatte über Merkel

Trotz der tiefen Spaltung seiner Partei demonstriert CSU-Chef Horst Seehofer Einigkeit und ruft seine Anhänger dazu auf, sich im Wahlkampf hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu stellen.

Während sich die Vorsitzenden von CDU und CSU mittlerweile darüber einig sind, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die gemeinsame Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf ist, ist die CSU selbst weiterhin tief gespalten. dpa

Einigkeit statt Kleinkrieg

Während sich die Vorsitzenden von CDU und CSU mittlerweile darüber einig sind, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die gemeinsame Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf ist, ist die CSU selbst weiterhin tief gespalten.

MünchenCSU-Chef Horst Seehofer fordert ein Ende der parteiinternen Debatte über die neuerliche Kanzlerkandidatur von CDU-Chefin Angela Merkel. „Wir gehen mit Angela Merkel in die Wahl, und wir werden die Wahl gewinnen“, sagte Seehofer am Montag vor einer CSU-Vorstandssitzung in München. Dis CSU stehe hinter der Kanzlerin, diese Entscheidung sei gefallen und gut begründet. Auch in der Sitzung selbst ermahnte Seehofer die CSU nach Teilnehmerangaben, nicht zurückzublicken, sondern uneingeschränkt für Merkel zu kämpfen.

Nach langem Streit über die Flüchtlingspolitik hatte die CSU Merkel erst vor zwei Wochen offiziell zu ihrer Kanzlerkandidatin gemacht. Der Dissens über eine Obergrenze für neu eintreffende Flüchtlinge besteht aber fort: Merkel lehnt die CSU-Forderung weiterhin klar ab. Eine aktuelle Umfrage hatte gezeigt, dass die CSU-Anhänger deshalb weiter tief gespalten sind, was die Unterstützung von Merkels neuer Kandidatur angeht: 59 Prozent sind dafür, aber 39 Prozent dagegen.

Kanzlerkandidatur: CSU stellt sich offiziell hinter Merkel

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CSU stellt sich offiziell hinter Merkel

Lange haben sich Seehofer und die Seinen geziert. Nun entscheiden sie sich endlich offiziell für Merkel als Kanzlerkandidatin – obwohl es weiter Krach um die Flüchtlingspolitik gibt. Das wird schlichtweg ausgeblendet.

Seehofer räumte ein, dass es „zwei Gruppen“ in der CSU gebe - allerdings schon länger, nicht erst seit der Kür Merkels. „Wir müssen beide Gruppen ernstnehmen und beide zusammenführen.“ Das sei jetzt die Aufgabe der Parteispitze und auch jedes einzelnen Abgeordneten. „Abgeordnete sollen nach den gefallenen Entscheidungen jetzt nach vorne schauen und die Mutmacher sein“, verlangte er. „Mit einer Eigentherapie ist man noch nie Wahlsieger gewesen.“ Seehofer spielte damit auf eine Sitzung der CSU-Landtagsfraktion an, in der Abgeordnete zuletzt von Unmut an der Parteibasis berichtet hatten.
Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber nannte die Stimmung in der CSU am Montag „durchwachsen“, Finanzminister Markus Söder „gespannt und abwartend“. Es sei noch eine Menge an Arbeit zu tun. Zugleich erneuerte Söder seine Forderung nach einer Emotionalisierung. Auch die „Herzen der Menschen“ wollten von Merkel überzeugt werden.
Die Umfragen, in denen die SPD im Bund zuletzt an der Union vorbeigezogen ist, kommentierte Seehofer gelassen. „Wir werden noch viele Umfragen bis September bekommen“, sagte er - die Bundestagswahl ist am 24. September. Wichtig sei, dass die Union nicht auf Umfragen schaue, sondern gute Arbeit abliefere.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte mit Blick auf die SPD-Umfragewerte und den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz: „So ein Wahlkampfjahr, das wird nicht auf der Kurzstrecke entschieden, sondern das wird im Marathon entschieden. Und ob Herr Schulz ausreichend Luft hat, einen Marathon durchzustehen, das ist noch offen.“ Generalsekretär Andreas Scheuer warf der SPD und Schulz einen Kurswechsel Richtung Linkspartei vor.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Old Harold

20.02.2017, 14:53 Uhr

Viele der CDU/CSU-Abgeordneten in Berlin können schon `mal die Umzugskartons bereitstellen.

Ebenso die CSU-Abgeordneten im Münchner Maximilianeum im nächsten Jahr.

Seehofer hatte einfach nicht die Eier, die CSU bundesweit aufzustellen und damit rechtskonservative Wähler von der AfD abzuhalten.

Da kann er jetzt, scheinheilig wie üblich, so oft wie er will seine Partei aufrufen, sich wieder hinter Merkel zu stellen.

Herr Bernhard Ramseyer

20.02.2017, 18:24 Uhr

CSU-Vorsitzender Horst Seehofer, sollte sich darüber im Klaren sein: Er ist nicht der Leiter eines Kindergartens.
Das was er damals über Merkel sagte, war richtig und ist heute noch richtig. Wenn aber Merkel so weiter macht wie damals, warum sollen die CSU-Wähler jetzt Merkel wählen?
Er kann sich drehen wie er will, ein großer Teil der CSU-Wähler wird das nicht. Warum sollten sie auch?
Genau Old Harold, bundesweite Aufstellung der CSU, Seehofer ist aber zu ängstlich.

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