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13.05.2016

10:09 Uhr

Cyber-Attacke aus Moskau

CDU-Zentrale im Visier von Hackern

Der Cyber-Angriff auf die CDU zeigt drastisch die Bedrohungen über das Internet: Seit April versuchen wohl russische Angreifer, sensible CDU-Daten auszuspionieren. Unklar ist, ob das schon geklappt hat.

Gut ein Jahr nach der Cyber-Attacke auf den Bundestag ist die CDU von Kanzlerin Merkel Ziel eines vermutlich ebenfalls aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs. dpa

CDU-Zentrale in Berlin

Gut ein Jahr nach der Cyber-Attacke auf den Bundestag ist die CDU von Kanzlerin Merkel Ziel eines vermutlich ebenfalls aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs.

BerlinGut ein Jahr nach der Cyber-Attacke auf den Bundestag ist die CDU von Kanzlerin Angela Merkel Ziel eines vermutlich ebenfalls aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs. Aus der CDU-Zentrale in Berlin hieß es am späten Donnerstagabend zu entsprechenden Informationen einer Internet-Sicherheitsfirma: „Der Vorgang ist bekannt. Wir haben unsere IT-Infrastruktur entsprechend angepasst.“

Zu den Hintergründen könne man nichts sagen. Die Unions-Abgeordneten im Bundestag wurden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch per Sammel-SMS gewarnt. Hinter der Attacke werden wie beim Angriff auf das deutsche Parlament vor gut einem Jahr russische Hacker mit staatlichem Hintergrund vermutet.

Das IT-Netz des Bundestages musste im Sommer 2015 für mehrere Tage abgeschaltet werden, um es nach dem Angriff wieder sicher zu machen. Die Hacker-Gruppe, die für den Angriff auf den Bundestag und vermutlich auch auf die CDU verantwortlich ist, ist unter den Bezeichnungen „Sofacy“ und „APT28“ bekannt. Die Fakten im Detail:

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Das ist bekannt: Die Sicherheitsfirma Trend Micro berichtet am 11. Mai in ihrem Internet-Blog, eine Hackergruppe versuche seit April, Computersysteme der CDU anzugreifen. Ziel seien außerdem ranghohe Nutzer der Web-Maildienste Gmx und web.de in Deutschland. Die CDU wird auch von Sicherheitsbehörden vor dem Angriff gewarnt.

Wie greifen die Hacker an? Im Prinzip mit uralten Tricks. Bei der CDU wird laut Trend Micro ein Webmail-Server gespiegelt. Die Nutzer sollen denken, sie würden sich direkt auf der ihnen bekannten CDU-Internetseite anmelden. Dabei geben sie ihre Daten auf einer wohl von Spionen oder Kriminellen betriebenen Seite ein. Der Server, von dem aus die Internet-Seite betrieben wird, steht demnach in Lettland.

Was wollen die Angreifer erreichen: Mit der täuschend echt aussehenden gefakten CDU-Internetseite wollen die Hacker Parteimitglieder dazu verführen, dort Benutzernamen und Passwort einzutragen. Die Daten würden zu den Cyber-Spionen umgeleitet und könnten dann beliebig genutzt werden.

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