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05.02.2013

19:31 Uhr

Cyber-Meldepflicht

Friedrich attackiert Rösler wegen IT-Sicherheit

Firmen sollen künftig Hacker-Angriffe melden müssen, meint das Innenministerium. Doch das Wirtschaftsressort lehnt den Gesetzesentwurf ab. Rösler habe den Ernst der Lage nicht erkannt, so nun Innenminister Friedrich.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

BerlinInnen- und Wirtschaftsministerium streiten über die geplante Meldepflicht für Firmen bei Hacker-Attacken. Nachdem das Ressort von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gravierende Einwände gegen den Entwurf des IT-Sicherheitsgesetzes erhob, forderte sein Kollege Hans-Peter Friedrich (CSU) zum Einlenken auf.

"Der Wirtschaftsminister hat den Ernst der Lage nicht erkannt", sagte Friedrich am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Er hoffe dennoch auf die Einsichtsfähigkeit Röslers. "Er sollte das Gespräch mit seinen amerikanischen und französischen Kollegen suchen. Dort teilt man der Ansicht, dass es Zeit ist, zu handeln", sagte Friedrich, der das Gesetz noch im März ins Kabinett bringen möchte.

Der Gesetzentwurf befindet sich seit Ende Januar in der Ressortabstimmung. Am Montag lief die Frist für die Stellungnahmen aus. Das Wirtschaftsministerium moniert nach Informationen von Reuters unter anderem, dass die geplante Meldepflicht für gravierende Cyber-Angriffe sowie die Aufstellung von Sicherheitssystemen eine erhebliche Belastung für die deutsche Wirtschaft bedeuteten. Zudem gebe es keinen branchenübergreifenden Nachholbedarf, vor allem nicht in der IT-Branche und im Energiesektor.

Friedrichs Gesetzentwurf sieht vor, dass Unternehmen in den für eine Volkswirtschaft wichtigen Branchen wie Finanzen oder Energie Angriffe von Hackern melden und Sicherheitssysteme gegen Cyber-Attacken entwickeln sollen. Diese sollen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) abgenommen werden. Hintergrund ist die Sorge vor Cyber-Attacken durch Kriminelle, aber auch durch ausländische Firmen und Staaten gegen Ziele in Deutschland. Westliche Geheimdienste fürchten aber auch terroristische Attacken, die etwa die Strom- oder Geldversorgung eines ganzen Landes lahmlegen könnten.

Die EU-Kommission hatte am Wochenende angekündigt, eine Meldepflicht für gravierende Cyber-Attacken für mehr als 44.000 Firmen in Branchen wie Energie, Verkehr, Finanzen und Gesundheit sowie für Internetanbieter verhängen zu wollen. Weil viele Firmen für sich behielten, dass sie Opfer von Cyber-Angriffen geworden seien, sei die Abwehr sehr schwierig, argumentierte Vizepräsidentin Neelie Kroes.

Kommentare (2)

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Ichbinsdoch

05.02.2013, 20:50 Uhr

Sorry aber wo leben die eigentlich??
Wenn man sich anguckt, wo viel IT-Dienstleistung erbracht wird, wo viel IT Hardware mitlerweile herkommt.....
Alleine bei den großen Telco-Anbietern kommt eine Menge der IT-Serviceleistungen aus Indien/China/Malysien usw. Die Hardware meist von Huawai und/oder ZTE....
Und da kommt unsere Politclowns mit sowas?
Erst mit fleißiger Unterstützung der Politik und mit Geld des Steuerzahlers Deutschland ausverkaufen und vom Ausland bei sowas abhängig machen und nun so?

Account gelöscht!

06.02.2013, 08:20 Uhr

Der Fall:
Mail von paypal mit Anhang zum erneuten Kontenzugriff erhalten, welches nach einem angeblichem Hackerangriff gesperrt war.
Nun habe ich nie ein Konto bei paypal gehabt.
Tip der IT-Polizei; Info an die Bank und Mail samt Anhang im Papierkorb schieben und dann richtig löschen.
Mailweiterleitung an die Bank.
Der Server der Bank nimmt die Mail nicht an.
Woher will die Bank aber Kundeninfos erhalten und verwerten, wenn sie die nicht zur Kenntnis nehmen will?!
Diese Frage wurde auch nach 24 Std. nicht beantwortet.

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