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17.12.2015

17:36 Uhr

Dämpfung der Bezüge

Rentnern entgehen Tausende Euro im Jahr

Die Renten folgen zwar den Löhnen – aber nicht ganz. Dafür sorgen vor Jahren eingeführte Schritte, um die Rente bezahlbar zu halten. Die so entstehenden Löcher im Budget der Rentner werden immer spürbarer.

Vor den Dämpfungsmaßnahmen richtete sich die Höhe der Renten nach der Lohnentwicklung. Heute kommen auch Faktoren wie das Verhältnis zwischen Rentnern und Arbeitenden hinzu. dpa

Rentenniveau

Vor den Dämpfungsmaßnahmen richtete sich die Höhe der Renten nach der Lohnentwicklung. Heute kommen auch Faktoren wie das Verhältnis zwischen Rentnern und Arbeitenden hinzu.

BerlinVielen Rentnern werden durch gesetzliche Schritte zur Dämpfung ihrer Bezüge tausende Euro pro Jahr entgehen. Das geht aus einer Aufstellung der Fraktion der Linken auf Basis einer Antwort der Bundesregierung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin vorlag.

Der Linken-Rentenexperte Matthias W. Birkwald hatte nach den Auswirkungen des Nachhaltigkeits- und des Riesterfaktors gefragt. Diese Veränderungen der Rentenformel zur Berechnung der Bezüge wurden 2003 beziehungsweise 2005 eingeführt. So werden Rentenerhöhungen etwa gedämpft, wenn die Zahl der Rentner stärker als die Zahl der Beitragszahler steigt.

Diese Kürzungsfaktoren bewirken den neuen Angaben zufolge, dass die Rentenanpassungen seit 2003 insgesamt rund 4,4 Prozentpunkte hinter der für die Rentenerhöhungen ansonsten maßgeblichen Lohnentwicklung zurückgeblieben sind. Zwischen 2016 und 2029 sollen es noch einmal fast acht Prozentpunkte sein.

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Birkwald sagte der dpa, würden die Rentenkürzungen bis zum Jahr 2015 rückgängig gemacht, hätten Rentner rund 722 Euro mehr pro Jahr, insofern sie 45 Jahre zum Durchschnittsverdienst gearbeitet haben. Im Jahr 2029 wären es sogar 2939 Euro mehr Rente jährlich. „Dann würde die Rente wieder den Lebensstandard sichern.“

An diesem Freitag ist das Rentenniveau auch Thema im Bundestag. Diskutiert wird ein Antrag der Linken, in dem sie eine Anhebung des Sicherungsniveaus fordern, also des Verhältnis der Rentenhöhe eines Standardrentners gegenüber dem Durchschnittsverdienst.

„Während langjährige Beitragszahlungen schon jetzt kaum noch für auskömmliche Renten sorgen, leiden die heutigen Rentnerinnen und Rentner schon jetzt an dem steigenden Wertverlust ihrer Renten“, sagte Birkwald. Das Rentenniveau sinkt laut aktuellem Rentenversicherungsbericht von rund 48 Prozent 2014 voraussichtlich auf knapp 45 Prozent im Jahr 2029 ab. Laut politischer Festlegung soll es bis 2030 nicht unter 43 Prozent fallen. Birkwald forderte eine Rücknahme der Dämpfungsfaktoren – die Renten sollten wieder eins zu eins den Löhnen folgen. Das Sicherungsniveau solle wieder auf 53 Prozent steigen.

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Unter anderem mit der schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre soll die Rente bezahlbar gehalten werden. Das Bundessozialministerium wies darauf hin, dass zu den Änderungen des kommenden Jahres auch der Anstieg der Altersgrenzen um einen weiteren Monat zählt. Versicherte, die 1949 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze dann mit 65 Jahren und fünf Monaten. Die Rente mit 67 gilt für die Jahrgänge ab 1964.

Von

dpa

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