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15.04.2011

18:22 Uhr

Daniel Cohn-Bendit

"Roter Dany" plant seinen Abschied

1968 gehörte Daniel Cohn-Bendit zu den Anführern der Pariser „Mai-Revolution“, 43 Jahre später denkt der grüne Europapolitiker über seinen Rückzug aus der Politik nach. Künftig wolle er sich dem Sportjournalismus widmen.

Cohn-Bendit will aufhören, bevor "die Politik mich krank macht". Quelle: dpa

Cohn-Bendit will aufhören, bevor "die Politik mich krank macht".

ParisDie Revolution plant den Ruhestand: Daniel Cohn-Bendit, 1968 einer der charismatischen Anführer der Pariser „Mai-Revolution“, will nicht mehr. „Ich bin im letzten Viertel meines Lebens, ich werde am Ende meines Mandats 69 sein“, sagte er deutsch-französische Europaparlamentarier der Pariser Zeitung „Libération“ (Freitag) - und fügte hinzu: „Ich möchte nicht, dass die Politik mich krank macht.“ Der liberale Freidenker will deswegen keine politischen Spitzenämter mehr anstreben.

„Das ist nicht Politikverdrossenheit. Ich sage, es ist genug“, erklärte der heute 66-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. „2014 bin ich 20 Jahre im Europaparlament. Vorher war ich Stadtrat in Frankfurt. Das genügt.“ Alles hat seine Zeit, lautet sein Credo. Deswegen kommen dem grünen Spitzenpolitiker mittlerweile auch einige seiner Jugend-Idole abhanden. Bob Dylan, etwa - den fand er mal „außergewöhnlich“; heute dagegen gehe der in China auf Tournée, obwohl ihm das Singen seines berühmten „Blowin' in the wind“ untersagt wurde.

„Ich habe heute Respekt für Persönlichkeiten zu einem ganz begrenzten Zeitpunkt in ihrem Leben“, sagte der „Rote Dany“, den der regierungsnahe „Le Figaro“ mal den „Wüterich vom Mai 68“ nannte. Ob er nicht selbst irgendwie die Ideale seiner Jugend verraten habe, wird er gefragt. Seine Antwort: „Der Verräter ist der, der denunziert - doch in der Politik kann es auch den bezeichnen, der sich nicht in ein ideologisches Gefängnis sperren lässt.“

Wie ein Wirbelsturm hat der Frankfurter Europapolitiker die Parteienlandschaft auf beiden Seiten des Rheins aufgemischt und dabei als Grenzgänger auch immer wieder Franzosen und Deutschen die Position des jeweils anderen erläutert. Weder für seine Parteifreunde noch für seine Gegner war er einfach; er liebt das offene Wort und den Widerspruch.

Was der Fußball-Fan nach dem Rückzug aus der Politik machen will, hatte er bereits vor Monaten angekündigt: ein neues Kapitel im Sportjournalismus aufschlagen. Als Kommentator für den französischen TV-Sender Canal+ will er etwa die Aktualität rund um den Fußball nachzeichnen. Zudem bereite er einen Film über die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 vor, hatte er in einem Interview betont.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Gegen.naive.Gutduenker

15.04.2011, 19:46 Uhr

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