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12.10.2014

16:08 Uhr

DBB-Vorsitzender Dauderstädt

Beamtenbund beklagt Angriffe auf öffentliche Bedienstete

Der Deutsche Beamtenbund hat laut einer internen Umfrage festgestellt, dass es ein „Ausufern der Gewalt“ gegenüber Angestellten des Öffentlichen Dienstes gebe. Die Installation von Metalldetektoren soll erwägt werden.

Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes: „Verrohung der Sitten.“ dpa

Klaus Dauderstädt, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes: „Verrohung der Sitten.“

Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst werden nach Darstellung des Deutschen Beamtenbunds (DBB) immer häufiger Opfer tätlicher Angriffe. „Die Gewalt gegen Bedienstete des Öffentlichen Dienstes nimmt drastisch zu“, sagte der DBB-Vorsitzende Klaus Dauderstädt der „Welt am Sonntag“. Eine Umfrage unter den DBB-Landesverbänden sowie bei Partnergewerkschaften habe dazu „eindeutige Rückmeldungen“ ergeben. Es handele sich nicht etwa um ein Großstadtphänomen, sondern um ein Problem ohne regionale Grenzen.

Als Beispiel nannte Dauderstädt Verwaltungsbereiche, die mit Hartz IV oder anderen Themen der Sozialversicherung zu tun haben. Dort gebe es derzeit ein „Ausufern der Gewalt“. Insgesamt konstatierte der Gewerkschaftschef eine „Verrohung der Sitten“. Der Staat entwickle sich „für immer mehr Gesellschaftsschichten zum Gegner“.

Was ist Hartz IV

Wichtigstes Reform-Ziel

Menschen ohne Job wieder in Arbeit zu bringen.

Motto der Reform

Langzeitarbeitslose fördern und fordern. Kritiker sagen, das Fördern komme zu kurz.

Wer bekommt wie viel?

Als Grundsicherungsleistung erhalten Langzeitarbeitslose das Arbeitslosengeld II, besser bekannt als Hartz IV. Dieses liegt derzeit für einen Single bei 391 Euro im Monat, plus Miete und Heizkosten. Für Partner in einer Bedarfsgemeinschaft liegt der Regelsatz bei jeweils 352 Euro.

Sehr begrenzte Jobauswahl

Wer Hartz IV in Anspruch nimmt, muss jeden zumutbaren Job annehmen. Auch wenn dieser schlecht bezahlt ist. Wer sich verweigert oder Termine im Jobcenter schwänzt, riskiert Leistungskürzungen. Wenn Anfang 2015 der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in Kraft tritt, profitieren Langzeitarbeitslose, die eine Stelle finden, davon nur bedingt: Erst nach sechs Monaten haben sie Anspruch auf Mindestlohn.

Bedarfsleistung

Hartz IV ist eine Bedarfsleistung. Das heißt: Nur wer bedürftig ist, bekommt sie. Einkommen oder eigenes Vermögen werden angerechnet. Bei einem Hinzuverdienst beträgt die Freigrenze 100 Euro im Monat.

Aufstocker

Wer Vollzeit arbeitet, aber so wenig verdient, dass er damit seinen Lebensunterhalt und den der Familie nicht sichern kann, hat auch Anspruch auf Hartz IV: Dies sind die sogenannten Aufstocker.

Wie viele bekommen es?

Von den 2013 insgesamt 3,14 Millionen Arbeitslosen (Jahresdurchschnitt) waren 2,03 Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen.

Um dem Problem zu begegnen, forderte Dauderstädt unter anderem „Deeskalations-Schulungen“ für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, deren Aufgabengebiete „Konfliktpotenzial“ haben. Auch sollten Umbauten erwogen werden, etwa die Installation von Metalldetektoren am Eingang bestimmter Gebäude. Möglicherweise bräuchten Behördenmitarbeiter auch einen Notfallknopf am Schreibtisch.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

13.10.2014, 08:19 Uhr

Angriffe? Ich haben die Mitarbeiter der Argen und Jobcenter nur als arbeitescheu unfähig usw. kennengelernt. Sie weigerten sich mich zu vermitteln und erhielten dafür nur ein Einkommen. Dies muss sofort beseitigt werden! Unfähige sind sofort zu entlassen. Dies ist kein Angriff sondern die Feststellung! Was ist mit den Steuerbeamten????? Wieso Zahlunsausfälle und Steuerausfälle/-Flüchtlinge? Nur Möglich auf Grund der vorsätzlichen Unfähigkeiten!!!

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