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25.08.2013

16:23 Uhr

DDR-Aufarbeitung

Gauck hält Umgang mit SED-Mitgliedern für milde

Die SED-Mitglieder hätten einen „relativ leichten Übergang“ in die Demokratie erlebt, sagte der Bundespräsident in einem Interview. Nur wenige hätten „tatsächlich Karriereabbrüche“ hinnehmen müssen.

Joachim Gauck bei einem von ihm veranstalteten Benefizkonzert. Der Bundespräsident hat den Umgang mit SED-Mitgliedern aus der DDR als „milde“ bezeichnet. dpa

Joachim Gauck bei einem von ihm veranstalteten Benefizkonzert. Der Bundespräsident hat den Umgang mit SED-Mitgliedern aus der DDR als „milde“ bezeichnet.

BerlinNach dem Zusammenbruch der DDR sind die ehemaligen SED-Mitglieder nach Überzeugung von Bundespräsident Joachim Gauck vergleichsweise milde behandelt worden. „Die Mitglieder der SED haben 1990 einen relativ leichten Übergang in die Demokratie erlebt. Ihre Partei wurde nicht verboten; sie hat sich umbenannt und war kontinuierlich politisch aktiv“, sagte Gauck der „Bild am Sonntag“.

Eine wesentlich kleinere Gruppe als die 2,3 Millionen Parteimitglieder hätten „tatsächlich Karriereabbrüche, vor allem im öffentlichen Dienst, hinnehmen müssen“, so Gauck. Dabei handele es sich um jene Menschen, die hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeiter der Stasi gewesen seien. Allerdings seien nicht alle IM aus dem öffentlichen Dienst entfernt worden, sondern nur etwa die Hälfte. Das Fazit des Bundespräsidenten: „Alles in allem: Die ehemaligen Systemträger sind nicht über Gebühr belastet worden.“

Mit diesen Äußerungen antwortete der Bundespräsident dem Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim, der Gauck zum Umgang mit Ex-SED-Mitgliedern im Vergleich zu ehemaligen NSDAP-Angehörigen nach 1945 gefragt hatte. „Bild am Sonntag“ hatte Prominente gebeten, Fragen an Gauck zu stellen.

Zur NSA-Datenaffäre sagte Gauck auf eine Frage der Schauspielerin Dennenesch Zoudé, er wünsche sich mehr Transparenz und die Sicherheit, dass sich in Deutschland befreundete Staaten an die Regeln halten. „Allein die Möglichkeit, dass unsere Kommunikation im großem Umfang von ausländischen Geheimdiensten von uns nicht kontrollierbar abgeschöpft werden könnte, schränkt unsere Freiheit ein“, sagte Gauck.

Von

dpa

Kommentare (22)

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PFARRISAEER

25.08.2013, 17:19 Uhr

unser im DDR Staat privilegierter wiederstandskämpfer - mal Distel Gauck googeln - sollte sich zurücknehmen und schlicht schämen

er mag der klassische repräsentant für unsre verlogenen verlotterten eliten sein aber das wars auch schon

Steuerschaetzer

25.08.2013, 17:29 Uhr

Da wäre schon eine stärkere Debatte über Schuld und Sühne angebracht gewesen, jedenfalls in den Fällen, in denen die Verantwortung klar angesiedelt war. Aber die "kleinen" hängt man und die Großen lässt man laufen: so im Falle der Grenzpolizisten, die wegen der Schüsse auf Flüchtende vor Gericht mussten, aber den Oberverantwortlichen" Honnecker z.B. hat man ungeschoren ausreisen lassen. Ja, ja, das "linke Auge" in der BRD ist stets etwas getrübt. Und der Übergang von der SED zu den Linken verlief auch relativ glatt, ohne eine stärkere Diskussion über die Vergangenheit und mögliche "Verwicklungen" einzelner Parteimitgliederin eindeutige Unrechtsfälle. Wenn man bedenkt, wie für demokratische Rechte eintretende DDR-Bürger damals schikaniert oder sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sind,dann fehlt es hier an einer gründlichen Aufarbeitung.

Lutz

25.08.2013, 18:21 Uhr

Kommt der irgendwann auch mal in der Gegenwart an?

Die Vergangenheit ist vorbei und nur die Zukunft kann man Gestallten.

Wir haben größere Probleme.

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