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19.07.2015

18:49 Uhr

Debatte um Asylrecht

Merkel verteidigt Umgang mit Flüchtlingsmädchen

Angela Merkel brachte bei einem Bürgerdialog ein Flüchtlingsmädchen zum Weinen. Nun weist die Kanzlerin Kritik zurück. Dass Deutschland ein Problem im Umgang mit Flüchtlingen hat, zeigt sich derweil an anderer Stelle.

Beim Bürgerdialog in Rostock begab sich Merkel auf dünnes Eis, als sie auf die Frage des jüngen Flüchtlingsmädchens Reem (zweite von Rechts) antwortete. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Beim Bürgerdialog in Rostock begab sich Merkel auf dünnes Eis, als sie auf die Frage des jüngen Flüchtlingsmädchens Reem (zweite von Rechts) antwortete.

KarlsruheKanzlerin Angela Merkel hat ihr Verhalten bei der vielbeachteten Begegnung mit dem palästinensischen Flüchtlingsmädchen Reem gegen Kritik verteidigt. „Ich glaube, dass das so ok war“, sagte die CDU-Vorsitzende im ARD-„Sommerinterview“ am Sonntag. „Ich finde, die Geste war in Ordnung.“

Merkel hatte das Mädchen am Mittwoch in einer Rostocker Schule bei einer „Bürgerdialog“-Veranstaltung der Regierung getroffen. Die Schülerin Reem berichtete dort über die Belastungen während eines Asylverfahrens - und über die Angst vor einer drohenden Abschiebung. Merkel äußerte bei dem Treffen Verständnis, verwies aber auf die deutschen Gesetze - und darauf, dass Deutschland nicht alle Menschen aufnehmen könne, die sich hier ein besseres Leben erhofften. Daraufhin brach das Mädchen in Tränen aus.

Merkels etwas ungelenker Versuch, die 14-Jährige zu trösten, sorgte für viel Aufsehen. Die Kanzlerin musste sich im Internet unter dem Hashtag „#merkelstreichelt“ jede Menge Spott gefallen lassen. Kritiker warfen ihr Kaltherzigkeit vor.

„Ich glaube (...), dass es wichtig ist, wenn eine Bundeskanzlerin mit Menschen diskutiert, wo sie die Sachlage nicht ganz genau kennt, dass ich da nicht sage: Weil Du gerade die Bundeskanzlerin getroffen hast, ist aber Dein Schicksal schneller zu lösen als das von vielen, vielen anderen“, sagte Merkel. „Trotzdem möchte man ein weinendes Mädchen trösten. Aber ich kann dadurch nicht die Rechtslage verändern.“

Beim „Bürgerdialog“ müsse sie bei jeder Wortmeldung eines Menschen damit rechnen, dass ein schwieriges Schicksal dahinterstehe, sagte Merkel. „Gerade wenn man in so eine Schule geht, wo auch Behinderte sind. Einiges hat mich da schon sehr betroffen gemacht.“

Zum Spott im Internet sagte die Kanzlerin: „Was soll ich mich ärgern? Ich habe Probleme zu lösen.“

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

20.07.2015, 08:12 Uhr

und Merkel hat Recht!

Nur weil das Mädel zufällig medienwirksam die Kanzlerin traf gelten trotzdem für sie die gleichen Gesetze wie für alle anderen.

Das Leben ist kein Ponyhof!

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