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15.06.2011

04:24 Uhr

Debatte um Atomausstieg

Grüne gehen auf Distanz zu Kretschmann

Kritik am Lob für Merkels Atomwende: Winfried Kretschmann erntet mit seinem Lob für die Atomwende starke Kritik aus der eigenen Partei. Die CSU wirft Grünen „antibürgerliche Haltung“ vor.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: dpa

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen).

Berlin/DüsseldorfDer baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stößt mit seinem Lob für die Atomwende von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Widerspruch in der eigenen Partei.

„Die Kanzlerin ist mit ihrem Atomkurs an der Realität gescheitert. Dass Angela Merkel die Laufzeitverlängerung jetzt zurücknehmen muss, macht sie für die Grünen nicht hübscher“, sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe).

Zugleich kritisierten Künast und Parteichef Cem Özdemir die von Kretschmann angestoßene Debatte über schwarz-grüne Bündnisoptionen. „Ich sehe keinen Anlass für Gedankenspiele über Koalitionen“, sagte Özdemir. „Jetzt ist nicht die Zeit für Koalitionsspekulationen. Jetzt ist die Zeit für einen endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie und einen kräftigen Innovationsschub ins Zeitalter der erneuerbaren Energien“, sagte Künast.

Kretschmann hatte am Wochenende in einem Interview „großen Respekt“ für die „schwierige Kehrtwende“ Merkels beim Atomausstieg geäußert. Zugleich erklärte er, mit der Energiewende falle eine wesentliche Hürde für Schwarz-Grün im Bund.

„Wir Grüne stehen sicher nicht bereit, eine sich in der Auflösung befindende FDP als Steigbügelhalter der Union zu ersetzen“, konterte Özdemir nun. Die Grünen seien eigenständig, und ihr erstes Ziel müsse es sein, „möglichst stark zu werden, damit an unseren Konzepten kein Weg vorbei führt“.

Auch die CSU wies schwarz-grüne Bündnisoptionen zurück. „Unterhalb des Kernenergieausstiegs verbirgt sich bei den Grünen eine zutiefst antibürgerliche Haltung“, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). „Schwarz-Grün ist keine Option. Die Gemeinsamkeiten mit uns sind gering“, erklärte er.

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

15.06.2011, 08:10 Uhr

Da muss Kretschmann durch: In der Opposition kann man so Manches ausblenden, dem man sich an der Macht stellen muss.

Er hat noch so manchen Kampf mit seiner Basis zu bestehen, etwa wenn er im Südschwarzwald nicht nur den Neubau des Pumpspeicherwerks beschleunigen, sondern auch noch ein paar Hochspannungstrassen quer durch's Ländle durchsetzen muss. Genau so ungern wird seine Klientel hören wollen, dass ein Gas-Heizkraftwerk auf GuD-Basis kaum mehr CO2 freisetzt als die noch viel teurere Photovoltaik.

zephyroz

15.06.2011, 09:25 Uhr

Herr Ketschmann wird noch Spaß bekommen und es ist ihm Standfestigkeit zu wünschen. In Berlin geht es nie um das Wohl der Bürger, da ist man im Bundesland schon näher dran. In Berlin geht es nur um parteiegoistische Machtspielchen. Das gilt nicht nur für die Grünen, sondern auch für die Querköpfe aus der CSU und alle anderen Parteien. Wir brauchen mehr direkte Demokratieelemente. In diesem Punkt ist der Schweizer besser dran.

MaWo

15.06.2011, 10:54 Uhr

Hallo,
die Frage die sich mir stellt; wann wird der Grüne zum Schwarzen?!
Dann sind alle Probleme beseitigt.

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