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14.04.2014

13:49 Uhr

Debatte um Ehrendoktor-Titel

FDP stellt sich hinter Dr. h.c. Schavan

VonDietmar Neuerer

Ex-Bundesministerin Schavan hat wieder einen Doktortitel, allerdings nur ehrenhalber. Die SPD sieht das kritisch. Die FDP versteht die Aufregung nicht und rät den Sozialdemokraten, sich an die eigene Nase zu fassen.

Peter Dominiak, Präsident der Universität Lübeck, überreicht in Lübeck der ehemaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan (CDU), ihre Ernennungsurkunde zur Ehrendoktorin der Universität. dpa

Peter Dominiak, Präsident der Universität Lübeck, überreicht in Lübeck der ehemaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan (CDU), ihre Ernennungsurkunde zur Ehrendoktorin der Universität.

BerlinDass die Uni Lübeck der wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetretenen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) die Ehrendoktorwürde verliehen hat, erhitzt die Gemüter. Die SPD sieht die Würdigung kritisch und fordert eine Debatte über die Anforderungen an solche Auszeichnungen, die FDP stellt sich dagegen hinter die CDU-Politikerin, der wegen Täuschung ihr Doktortitel aberkannt worden war.

FDP-Präsidiumsmitglied Volker Wissing wies die SPD-Vorbehalte via Twitter scharf zurück:

Der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, hatte zuvor erklärt, dass die Initiative und die Begründungen für die Vergaben von Ehrendoktorwürden zwar in der Verantwortung der Hochschulen und ihrer Gremien lägen. Grundsätzlich gelte aber: „Weniger wäre gewiss mehr. Größere Distanz wäre gewiss wertvoller. Wissenschaftsnähe wäre gewiss hochschulgemäßer“, sagte Rossmann Handelsblatt Online.

Der Bund als Gesetzgeber kann die Bedingungen für Ehrendoktorgrade nicht festlegen, da, wie Rossmann betont, die Gestaltung der Hochschulgesetze in der Verantwortung der Länder liege. Dennoch hält der SPD-Politiker Konsequenzen aus dem Fall Schavan für geboten: „Jenseits aller aktuellen Ereignisse und Widrigkeiten braucht es eine sehr ernsthafte weiterführende Debatte um die Qualitätsanforderungen an wissenschaftliche Arbeiten und Promotionen und darin eingeschlossen auch die Verleihung von Ehrendoktorwürden“, sagte Rossmann.

Schavan war am Freitagabend mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. Damit würdigte die Universität Lübeck den Beitrag, den Schavan 2010 zur Rettung des Medizinstudiengangs geleistet hatte. Als Bundesforschungsministerin hatte sie dem Land damals 25 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für die Forschung zugesagt. Im Februar 2013 musste Schavan im Zuge einer Plagiatsaffäre zurücktreten. Die Hochschule hatte an der Auszeichnung festgehalten, obwohl die Universität Düsseldorf Schavan den wissenschaftlichen Doktortitel inzwischen aberkannt hat.

Wissing legte auf seiner Facebook-Seite nach und fragte: „Sollte die SPD nicht auch mal gönnen können?“ Die Verdienste von Schavan in der Bildungspolitik „dürften unumstritten sein“, schrieb der FDP-Politiker. Ihren akademischen Titel habe sie verloren. Die Ehrendoktorwürde sei aber „eher eine Würdigung ihrer bildungspolitischen Arbeit“.

Kommentare (12)

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14.04.2014, 14:34 Uhr

@ zarakthuul,
Frau Schavan war lediglich ein Bote der unsere Steuergelder überbracht hat.
Mit unserem Geld konnte ein Lehrstuhl erhalten bleiben wofür dem Steuerzahler, nicht aber dem Boten zu danken wäre.
Alleine damit ist der Bezug zu Putin mit "seinen" Drittmittel unsinnig.

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14.04.2014, 14:36 Uhr

Endlich ist sie wieder wer. Wie hat sie sich danach gesehnt. Im Niemansland der Nichtbetitelten? Das geht überhaupt nicht. Wendigstens h.c. .Sie hat wieder Lebensfreude. Es wäre soooo lächerlich, wenn es nicht soooo erst wäre.

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14.04.2014, 14:40 Uhr

fassungslos und entsetzt!!! hat die frau nicht das geringste schamgefühl? das ekelt mich an!! und das unter der fahne der cdu/csu, die das noch in ordnung findet.

aber offensichtlich war sie beichten mit dem ziel: alles vergessen und vergeben. da passt natürlich ihre zukünftige anwesenheit - na ja arbeit kann man das ja wohl nicht nennen - im vatikan.

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