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19.02.2006

18:27 Uhr

Debatte um Kinofilm

„Tal der Wölfe“ wird zum Politikum

Gegen den türkischen Action-Film „Tal der Wölfe“ regt sich in Deutschland Protest: Mit scharfen Worten haben deutsche Politiker am Wochenende die Absetzung des Streifens gefordert.

HB DÜSSELDORF/MÜNCHEN. „Ich fordere die Kinobetreiber in Deutschland auf, diesen rassistischen und antiwestlichen Hass-Film sofort abzusetzen“, sagte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) in der „Bild am Sonntag“. Diesem Appell schloss sich auch der Innenminister Baden-Württembergs, Heribert Rech (CDU), an. „Der Film schürt antisemitische und antiamerikanische Ressentiments, spaltet Kulturen und radikalisiert vor allen Dingen türkische Jugendliche“, sagte der Minister.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland appellierte an alle Kinobesitzer, den Film sofort abzusetzen. Wer den Film zeige, unterstütze den Hass auf jüdische Menschen, wird Zentralrats-Vizepräsidentin Charlotte Knobloch in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) zitiert. „Tal der Wölfe“ läuft seit anderthalb Wochen in deutschen Kinos. In dem Film geht es um die Verschleppung türkischer Soldaten durch amerikanische Elitetruppen im Nordirak. Im Film rächt sich ein türkischer „Rambo“ an den Amerikanern.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) will zunächst die Jugendfreigabe des Films kippen. Am Montag werde er einen entsprechenden Antrag beim Appellationsausschuss der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft stellen, sagte Laschet. Die FSK selbst hatte den Film zunächst erst ab 18 freigegeben. Nach dem Einspruch des türkischen Filmverleihs musste sie die Altersbegrenzung jedoch auf 16 Jahre senken.

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