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02.01.2011

11:46 Uhr

Debatte um Lohnerhöhungen

Wirtschaftsverbände mahnen zur Zurückhaltung

In der Debatte um Lohnerhöhungen mahnen Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zur Zurückhaltung. Arbeitgeberpräsident Hundt macht sich Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit, während DIHK-Chef Driftmann dazu mahnte, "das Augenmaß nicht zu verlieren".

Arbeitgeberpräsident Hundt: "Wir dürfen unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht einschränken". dpa

Arbeitgeberpräsident Hundt: "Wir dürfen unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht einschränken".

HB BERLIN. Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft mahnen zu Besonnenheit in der Debatte um Lohnerhöhungen. Der Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, warb am Sonntag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd für "flexible und produktivitätsorientierte Tarifabschlüsse". Dabei müsse die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Branchen berücksichtigt werden.

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, warnte vor zu umfangreichen Lohnerhöhungen im neuen Jahr. Er sagte: "Dort, wo es wieder gut läuft, wird es zweifellos auch wieder mehr Geld geben." Man dürfe jedoch "das Augenmaß nicht verlieren".

Driftmann betonte in einem dapd-Interview: "Zur Beschäftigungssicherung während der Krise und zur aktuell guten Arbeitsmarktentwicklung haben die verantwortungsbewussten Abschlüsse der letzten Jahre wesentlich beigetragen." Die Unternehmen hätten "in der Krise hohe Kosten in Kauf genommen, um an ihren Mitarbeitern festzuhalten". Der DIHK-Präsident fügte hinzu: "Noch haben längst nicht alle Unternehmen das Vorkrisenniveau wieder erreicht."

Ähnlich äußerte sich Hundt. Der Arbeitgeberpräsident sagte, die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sei zwar "besser als erwartet". Dies gelte aber nicht für alle Branchen und Unternehmen. Hundt fügte hinzu: "Wir dürfen unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht einschränken."

Als "überflüssig" kritisierte der Arbeitgeberpräsident die Vorstöße einiger Politiker im Jahr 2010 für eine spürbare Beteiligung der Arbeitnehmer am Wirtschaftsaufschwung. Er sagte: "Viele Menschen profitieren bereits vom Aufschwung." So gebe es "mehr Beschäftigung". Außerdem sei die Kurzarbeit weitgehend überwunden, und viele Firmen leisteten Sonderzahlungen oder zögen Tariferhöhungen vor.

Hundt fügte hinzu: "Das spüren die Beschäftigten im Portemonnaie. Die Tarifparteien waren und sind in der Lage, am Verhandlungstisch die richtigen Lösungen zu finden. Ratschläge der Politik benötigen wir dazu nicht." Im Herbst hatte sich unter anderen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) öffentlich für kräftige Lohnerhöhungen ausgesprochen.

Driftmann mahnte: "Die Politik sollte die Lohnfindung den Tarifparteien überlassen. Wenn die Regierung ihrerseits Arbeitnehmer am Aufschwung teilhaben lassen will, dann sollte sie, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, vor allem die Bezieher mittlerer Einkommen entlasten."

Kommentare (10)

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Thomas Melber, Stuttgart

02.01.2011, 13:59 Uhr

Vielleicht kann Herr Hundt ja einmal mitteilen, wann denn die rechte Zeit für substantielle Lohnerhöhungen ist.

Mariana Mayer

02.01.2011, 14:13 Uhr

Wer in Deutschland gutes Geld verdient hat sind die Schlägerunternehmen in der industrie, welche den Arbeitsplatzabbau massiv vorangetrieben haben.

Die Optimierungsabläufe von Arbeit und der Wegrationalisierung von Angestellten selbst mit Kernaufgaben, ich gehöre dazu, Kernaufgaben werden in Deutschland in Leiharbeit erledigt, wer sich für das berufsbild Gewalt und Vernichtung entschieden hat, ist in hochbezahlter position in Deutschland.

Sascha

02.01.2011, 14:19 Uhr

Es ist immer wieder das gleiche, mit diesem Korupten Hund!!

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