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23.09.2013

14:12 Uhr

Déjà-vu in Hessen

Doch wieder ein Anlauf zu Rot-Rot-Grün?

Alles schon mal dagewesen: Die hessischen Verhältnisse nach der Landtagswahl erinnern an 2008 mit Ypsilanti-Desaster und die anschließenden Neuwahlen. Einiges hat sich aber doch verändert.

Andrea Ypsilanti und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel im Jahr 2008: Gibt es 2013 wieder rot-rot-grüne Pläne in Hessen? dpa

Andrea Ypsilanti und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel im Jahr 2008: Gibt es 2013 wieder rot-rot-grüne Pläne in Hessen?

WiesbadenDie sechs Millionen Hessen sind am Montagmorgen möglicherweise mit dem Gefühl aufgewacht, mit einer Zeitmaschine wieder im Jahr 2008 gelandet zu sein. Erneut gibt es die sprichwörtlichen „hessischen Verhältnisse“ mit unklaren Machtkonstellationen, die eine Regierungsbildung schwierig machen.

Wie damals haben die Blöcke Schwarz-Gelb und Rot-Grün, die sich in Hessen seit Jahrzehnten starr und feindlich gegenüberstehen, keine eigene Mehrheit. Und wie damals kann die Linke, die für den Wechsel im Land kämpft, die ausschlaggebende Rolle spielen. Als sich die SPD damals unter Andrea Ypsilanti entgegen ihrer Aussage doch mit Tolerierung der Linken zur Regierungschefin wählen lassen wollte, verweigerten ihr vier Abtrünnige die Gefolgschaft. Bei Neuwahlen stürzte die Partei auf ein historisches Tief. Schwarz-Gelb erhielt eine große Mehrheit, die SPD musste in die Opposition.

Jetzt könnte die neu auferstandene SPD trotz des Ypsilanti-Traumas wieder einen Anlauf zum rot-grünen Wechsel mit Hilfe der Linken nehmen. Das ist riskant, aber denkbar. Der neue SPD-Hoffnungsträger Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich diese Möglichkeit bewusst offengelassen. Vor der Landtagswahl hat er in einem schwierigen Eiertanz ein Bündnis mit der Linken zwar aus politischen Gründen ausgeschlossen, aber nicht „formal“.

Sein Generalsekretär Michael Roth kündigte am Montag nicht ganz überraschend an, dass die SPD auch mit der Linken sprechen werde. Er macht auch schon mal zwei politische Knackpunkte deutlich: Die Linke müsse die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen akzeptieren. Außerdem komme eine Abschaffung des Verfassungsschutzes für die SPD nicht in Frage. Dem Gespräch mit der CDU, die mit Abstand stärkste Fraktion wurde, werde sich die SPD aber nicht „verweigern“.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.09.2013, 14:47 Uhr

................................
..HESSEN-SPD..NICHTS GELERNT..??
................................
wieder soll der wähler hintergangen werden..
ROT-ROT-GRÜN ist kein politikwechsel sondern
wahlbetrug..!!
YPSILANTI ist nicht überwunden sondern weist
den weg für die zukunft der SPD

Account gelöscht!

23.09.2013, 18:25 Uhr

Wozu SPD wählen, wenn man ohnhin die PDS - Verzeihung - Die Linke bekommt.
Oh je oh je, ole ole. Man hätte es wissen können. Schäfer-Gümbel eier tanzt genauso - wie Ypsilanti. Der Wähler fühlt sich betrogen. Liebe SPD denke an die FDP. Ein großer Vertrauensbruch zu Legislaturbeginn ist nicht unbedingt wieder aufzuholen. Oder heißt die Devise: Auch wir können -10%!

Ventitus46

24.09.2013, 13:14 Uhr

Wenn rot-rot-grün kommt, dann wähle nie mehr SPD.
Betrügen kann ich mich selbst. Kommunismus brauchen wir nicht in der BRD und in Hessen schon gar nicht. Den Verfassungsschutz abschaffen, das würde den SED-Nachfolgern so passen!

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