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12.01.2015

06:28 Uhr

Demonstration gegen Hass und Gewalt

18.000 Berliner gegen Terrorismus

Im Gedenken an die Opfer von Paris rücken in Deutschland Muslime und Christen, Deutsche und Zuwanderer zusammen. Am deutschen Einheitssymbol Brandenburger Tor versammelten sich Tausende in Solidarität mit den Franzosen.

Eine Frau bei der Demonstration auf dem Pariser Platz in Berlin: 18.000 Menschen nehmen in der deutschen Hauptstadt Abschied von den Terroropfern von Paris. Reuters

Eine Frau bei der Demonstration auf dem Pariser Platz in Berlin: 18.000 Menschen nehmen in der deutschen Hauptstadt Abschied von den Terroropfern von Paris.

Berlin/WashingtonRund 18.000 Menschen haben in Berlin der Opfer der Terrorattacken in Paris gedacht. Sie trafen sich am Sonntag vor der französischen Botschaft in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores zu einer Mahnwache. Auch in anderen deutschen Städten - darunter Frankfurt, München und Mannheim - gab es am Wochenende Solidaritätsbekundungen.

In Hannover versammelten sich rund 300 Franzosen und Deutsche. Etliche hielten - im Gedenken an die getöteten Karikaturisten - Kugelschreiber oder Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe.

Trotz Sturms hielten viele Berliner Demonstranten Schilder mit dem Slogan „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Sie erinnerten so an den islamistischen Anschlag auf die Redaktion des religionskritischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten. Außerdem wurde ein großes Plakat gezeigt, auf dem es hieß: „Berlin ist Charlie“. Die Zahl der Teilnehmer übertraf alle Erwartungen, die Veranstalter hatten mit etwa 6000 Menschen gerechnet.

Journalisten und Zeichner als Ziel von Anschlägen

Februar 2013

Der 70 Jahre alte dänische Journalist Lars Hedegaard übersteht in Kopenhagen ein Attentat unverletzt und kann den unbekannten Täter selbst in die Flucht schlagen. Zuvor hatte eine Pistolenkugel den Kopf des Islamkritikers knapp verfehlt.

November 2011

Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf die Redaktion des französischen Satireblattes „Charlie Hebdo“. Es brachte am gleichen Tag ein Sonderheft zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien heraus und hatte sich dazu in „Scharia Hebdo“ umbenannt. Als Chefredakteur war „Mohammed“ benannt worden.

Mai 2011

Ein Kopenhagener Gericht verurteilt den Tschetschenen Lors Dukajew für einen versuchten Anschlag auf die Zeitung „Jyllands-Posten“ zu zwölf Jahren Haft. Der 25-Jährige hatte sich 2010 in Kopenhagen bei der Explosion seines Sprengstoffes verletzt. Er wollte eine Briefbombe an die Redaktion der Zeitung schicken.

Mai 2010

Zwei Männer werfen Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks. Auf den Zeichner wurde bereits 2007 im Internet von einem El-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150.000 Dollar (108.000 Euro) ausgesetzt.

Januar 2010

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, von dem die Mohammed-Karikaturen in „Jyllands-Posten“ stammen, entkommt nur knapp einem Attentat. Bereits 2008 hatten die dänischen Behörden Mordpläne gegen ihn aufgedeckt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

November 2004

Der niederländische Islamkritiker Theo van Gogh bezahlt einen Film über die Unterdrückung der Frauen im Islam mit dem Leben. Er wird in Amsterdam von einem muslimischen Extremisten ermordet. Auf der Leiche hinterließ der Täter einen Brief mit Morddrohungen gegen weitere Niederländer.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland plant für Dienstag eine Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz in Berlin. Er hoffe, dass die Spitzen des Staates der Veranstaltung beiwohnen, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich war die Veranstaltung am Brandenburger Tor für Montag vorgesehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine Teilnahme der CDU an der Mahnwache zugesagt. Auch SPD und Grüne rufen zur Teilnahme auf. Die Bundestagsparteien planen außerdem eine große Solidaritätskundgebung deutscher Politiker mit gesellschaftlichen Gruppen, möglicherweise mit Bundespräsident Joachim Gauck als Redner. Ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte den anderen Vorsitzenden öffentlich vorgeschlagen, sich daran zu beteiligen. Dieses Vorpreschen brachte ihm deutliche Kritik ein. Unter anderem sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag), sie halte jedenfalls nichts von „Kundgebungs-Wettbewerben“.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

12.01.2015, 13:38 Uhr

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