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21.11.2011

14:45 Uhr

Der ewige Wowereit

Arm, aber gar nicht mehr sexy

VonAndreas Niesmann

Die SPD ist zufrieden, die CDU auch und Klaus Wowereit sowieso: Zwei Parteitage machen heute den Weg für seine vierte Amtszeit frei. Doch was gut für Wowi ist, ist noch lange nicht gut für Berlin.

Klaus Wowereit hat gut lachen - er darf weiter im Roten Rathaus residieren. Reuters

Klaus Wowereit hat gut lachen - er darf weiter im Roten Rathaus residieren.

Klaus Wowereit ist ein Freund flotter Sprüche. „Das Werk ist vollbracht“, frohlockte Berlins Regierender Bürgermeister, als nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon die Koalitionsvereinbarung für sein rot-schwarzes Regierungsbündnis endlich feststand. Dass sich sein Koalitionspartner Frank Henkel von der CDU der Euphorie nicht anschließen wollte und ganz unpathetisch von einem „guten Ergebnis für beide Parteien“ sprach, kümmerte Wowereit wenig. Und so legte er vor der Hauptstadtpresse gleich noch einmal nach: „Wir wollen, dass Berlin reicher wird und sexy bleibt.“

„Arm aber sexy“ – mit dieser legendären Formulierung hatte Wowereit einst die Hauptstadt charakterisiert – und dem Kult um das hippe, lässige und immer fröhliche Berlin ein sprachliches Denkmal gesetzt. 2003 war das, und damals hatte Wowereit die Schmunzler auf seiner Seite – nicht zuletzt weil man ihm wohlwollend unterstellte, dass Einsicht der erste Schritt zur Besserung ist.

Acht Jahre sind seither vergangen. Eine Menge Zeit, die der Regierende Bürgermeister hätte nutzen können, um etwas an der wirtschaftliche Misere der Hauptstadt zu ändern. Aus seiner Sicht hat er das auch getan: „Wir sind stolz auf das, was seit der Wiedervereinigung gelungen ist“, heißt es in der Koalitionsvereinbarung, die heute bei zwei Sonderparteitagen von der Basis von SPD und CDU abgenickt werden soll. „Die Wirtschaft wächst. Die Arbeitslosigkeit sinkt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse steigt“, klopft sich Wowereit in dem 98-seitigen Dokument selbstgefällig auf die Schulter.

Wahr ist aber auch: Mit einer Arbeitslosenquote von 12,5 Prozent ist Berlin noch immer trauriger Rekordhalter unter den deutschen Ländern. Bundesweit liegt die Quote bei gerade einmal 6,5 Prozent. In keiner deutschen Stadt ist das Armutsrisiko größer als in Berlin, knapp 20 Prozent der Hauptstädter sind auf staatliche Transferleistungen wie das Arbeitslosengeld II oder die Grundsicherung im Alter angewiesen. Und der Berliner Haushalt ist trotz immer wieder verkündeter Sparanstrengungen weit davon entfernt, ausgeglichen zu sein. Hinzu kommt der riesige Schuldenberg, den das Land aufgetürmt hat. Mehr als 18 000 Euro Schulden werden am Ende des Jahres auf jeden Berliner entfallen – im Bundesdurchschnitt sind es weniger als 7000 Euro.

Kommentare (6)

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Stevie

21.11.2011, 15:06 Uhr

Hoffen wir für Berlin, dass die Große Koalition besser arbeitet als dieser, schon dem Essen verkochte, Möhren-Zuccini-Auflauf in Ba-Wü und RLP. In dem Sinne viel Erfolg

Account gelöscht!

21.11.2011, 15:22 Uhr

Wowi hat doch klar zu Erkennen gegeben, dass er in 5 Jahren schon längst warm und trocken im Bundestag sitzen will. Wofür sich also jetzt auf Länderebene noch anstrengen?

Account gelöscht!

21.11.2011, 15:47 Uhr

Es war immer schon eine Schande dieser Bürgermeister von Berlin
Wenn man bedenkt, was für tolle großartige Bürgermeister diese Stadt einst hatte.
Dieser Kasper von Wowereit war immer eine Schande für die Hauptstadt.
Aber andere Polöitiker haben wir ja leider nirgendwo
Eigentlich sind wir ein sehr armes Land mit solchen Idioten

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