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21.02.2012

16:27 Uhr

Der Präsident und die Frauen

Wilde Debatte über Gaucks „wilde Ehe“

Ein CSU-Politiker fordert den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck auf, vor dem Einzug in Bellevue sein Privatleben zu ordnen. Damit löst er einen Sturm der Entrüstung aus. Nur Gauck selbst sagt nichts.

Der zukünftige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt: Wilde Ehe in Schloss Bellevue? dpa

Der zukünftige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt: Wilde Ehe in Schloss Bellevue?

BerlinNorbert Geis hat es geschafft: Der CSU-Hinterbänkler und Familienpolitiker ist in aller Munde. Der Außenminister wirft ihm Stillosigkeit vor, der Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion attestierte ihm mangelnden Respekt, und ein alter Freund fordert ihn öffentlich auf, den Mund zu halten.

Was ist passiert?

Geis, 73, hatte den künftigen Bundespräsidenten Joachim Gauck in einem Interview aufgefordert, er solle doch mal heiraten. Die „Passauer Neue Presse“ zitierte Geis mit den Worten: „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird.“

Der 72-Jährige Joachim Gauck ist seit 1959 verheiratet und hat vier Kinder. Von seiner Frau lebt er aber seit 1991 getrennt. Seit 2000 ist er mit der Journalistin Daniela Schadt liiert, die ihn im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März als First Lady ins Schloss Bellevue begleiten würde. Vor seiner Kandidatur 2010 hatte Gauck versichert, seine Lebensgefährtin heiraten zu wollen, wenn er Präsident werde. Die Ehe mit seiner ersten Frau ist aber noch nicht geschieden.

Die Forderung von Geis, Gauk solle sein Privatleben „ordnen“, löste empörte Reaktionen aus.

Außenminister Guido Westerwelle nannte die Debatte über Gaucks persönliche Verhältnisse unsäglich. „Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos“, sagte der FDP-Politiker der „Rheinischen Post“. Deutschland sei schließlich ein „modernes Land“.

Kommentare (61)

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Formlos

21.02.2012, 16:48 Uhr

Greis heisst der Moralwächter? Der name scheint Programm.

kuac

21.02.2012, 16:55 Uhr

Gerade CSU als Hüter der Moral? War es nicht der Seehofer, der neben seiner Ehe, mit einer Freundin ein Kind erzeugte?

Account gelöscht!

21.02.2012, 16:57 Uhr

Mir scheint, Deutschland hat keine anderen Probleme. Wir verspielen gerade unseren Wohlstand und haftet für die Schulden der Südeuropa!
Auch wenn das Parlament ein Querschnitt der Bevölkerung sein soll, auf Bunte Leser kann man gerne verzichten.

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