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31.03.2011

18:26 Uhr

Desaströse Umfrage

Scherbengericht für Westerwelle

ExklusivFür Westerwelle kommt es immer dicker. Nicht nur, dass der FDP-Chef parteiintern massiv unter Druck steht, auch Anhänger der Liberalen machen Front gegen ihn, wie eine Umfrage des Handelsblatts ergab.

Guido Westerwelle. Quelle: dapd

Guido Westerwelle.

Berlin/DüsseldorfIn der FDP-Spitze ist die Suche nach dem Schuldigen noch in vollem Gange, aber für die Deutschen ist bereits klar, dass Guido Westerwelle die Hauptverantwortung für den Abstieg der Partei trägt: 65 Prozent aller Befragten nannten in einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Handelsblatts (Freitagsausgabe) den FDP-Chef als Hauptschuldigen. Nur 21 Prozent weisen die Verantwortung Wirtschaftsminister Rainer Brüderle zu. 17 Prozent nennen Gesundheitsminister Philipp Rösler. Die Umfrage wurde am 30. März bundesweit bei 1001 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern erhoben.

Auffällig ist, dass 68 Prozent der FDP-Wähler und sogar 71 Prozent der für die Liberalen wichtigen Berufsgruppe der Selbständigen die Hauptverantwortung bei Westerwelle sehen. Der FDP-Chef verfügt also in der eigenen Anhängerschaft über weniger Rückhalt als beim Rest der Befragten.

Alarmierend für die FDP ist auch die Tatsache, dass die Wähler die rasanten Kurswechsel der Partei in wichtigen Politikfeldern ablehnen. Die Ankündigung von FDP-Generalsekretär Christian Lindner, die sieben ältesten Atomkraftwerke sofort abschalten zu wollen, halten gerade einmal 18 Prozent für glaubwürdig und richtig. Die erdrückende Mehrheit von 72 Prozent der Befragten kommt dagegen zu dem Urteil, die grüne Kehrtwende der Liberalen in der Energiepolitik sei wenig glaubwürdig und falsch.

Damit ist der jüngste Versuch der Parteiführung gescheitert, den anhaltenden Vertrauensverlust bei den Wählern durch einen radikalen Kurswechsel zu stoppen.

Wenig erfolgversprechend erscheint auch der Versuch, Wirtschaftsminister Brüderle durch Gesundheitsminister Rösler zu ersetzen: Gerade einmal 14 Prozent sehen in Rösler den besseren Wirtschaftsminister, 27 Prozent halten an Brüderle fest. Allerdings meint die große Mehrheit von 59 Prozent, dass keiner der beiden der richtige Mann für das Amt ist.

Die Gemengelage verheißt nichts Gutes für die Liberalen und dürfte den Druck auf Westerwelle noch deutlich erhöhen.

Immer mehr Liberale aus den Landesverbänden rücken von ihm ab. Gefordert werden rasche personelle Konsequenzen aus den Niederlagen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Aus Bayerns Landesverband wird die Landesvorsitzende, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, als Bundesvorsitzende ins Gespräch gebracht.

Kommentare (5)

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elephteria

31.03.2011, 17:42 Uhr

Als ob es uns als Bundesrepublik dienlich wäre, unsere eigenen AKW´s abzuschalten wenn bei vorherrschender Westwetterlage unsere französischen Nachbarn weiterhin kräftig in Atomenergie investieren. Es muß eine wohlüberdachte, europäische Lösung her. Ich für meinen Teil habe als FDP Stammwähler die Nase voll von der absoluten Unprofessionalität von Merkel, Westerwelle und co. Die FDP hätte besser daran getan die Koalition zu beenden und den freien demokratischen Grundsätzen des Leistungsprinzips treu zu bleiben als an CDU´s Rockzipfel sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen und dabei seine Identität zu verlieren.

Fortunio

31.03.2011, 18:56 Uhr

So könnte es gehen. Die FDP wählt Herrn J.Chatzimarkakis zum Vorsitzenden. Dieser fusioniert die FDP mit den Grünen, wie er schon 2007 vorgeschlagen hat. Die grüne Partei nennt sich anschließend "Bündnis 90,die Grünen, die liberale Kraft".
Diejenigen in der FDP, denen das nicht gefällt, gehen zur CDU und stärken den liberalen Flügel.
Dieser Vorschlag ist garantiert ironiefrei und konstruktiv gemeint

Regulator

31.03.2011, 19:48 Uhr

Guter Vorschlag. Die CDU könnte dann ohne großes Trara mit den liberalerweiterten Grünen koalieren.
Eine neubürgerliche Mehrheit ist gesichert.
"neue Ideen" braucht das Land.

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