Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.11.2013

10:37 Uhr

Detlef Wetzel

Der stille Reformer

Detlef Wetzel wirkte bisher eher hinter den Kulissen. Einen Namen hat sich der neue Chef der IG Metall gleichwohl über die Gewerkschaftsgrenzen hinaus gemacht – und den Verband attraktiver für neue Mitglieder gemacht.

Detlef Wetzel ist neuer Chef der IG Metall. AFP

Detlef Wetzel ist neuer Chef der IG Metall.

HamburgDetlef Wetzel gilt als stiller Reformer. Einen Namen hat sich der neue Chef der IG Metall gleichwohl gemacht. Auch jenseits der Gewerkschaftsgrenzen – durch die Organisation politischer Kampagnen wie die zur Eindämmung von Zeitarbeit und Werkverträgen und den Umbau der Gewerkschaft. Dadurch wurde die einst schwerfällige Großorganisation attraktiver für neue Mitglieder. Am Montag wurde der graubärtige, groß gewachsene Hobby-Imker auf dem außerordentlichen Gewerkschaftstag der IG Metall an die Spitze der weltweit größten freien Gewerkschaft gewählt.

Dass es gelungen ist, den seit Jahren grassierenden Mitgliederverlust zu stoppen und die IG Metall damit als eine der wenigen Gewerkschaften wieder wächst, ist auf Initiativen des gebürtigen Siegeners zurückzuführen. Er hat als Vize-Chef den Wasserkopf der Frankfurter Zentrale verkleinert und den regionalen Verwaltungsstellen mehr Personal zur Verfügung gestellt, wodurch diese sich mehr um die Mitglieder kümmern können. Zugleich trieb Wetzel die Öffnung der IG Metall für Industriebereiche wie IT und erneuerbare Energien voran und baute die Präsenz in Servicebetrieben aus, in denen die Gewerkschaft zuvor kaum eine Rolle spielte.

Metaller gehen davon aus, dass Wetzel die Ausrichtung auf die neuen Industriebereiche fortsetzen wird. Daneben will sich die IG Metall mit ihm an der Spitze bei Zukunftsinitiativen der Bundesregierung wie der Hightech-Strategie „Industrie 4.0“, bei der es um die Gestaltung der vernetzten Produktion geht, stärker Gehör verschaffen.

Gewerkschaftskongress: Detlef Wetzel ist neuer Chef der IG Metall

Gewerkschaftskongress

Detlef Wetzel ist neuer Chef der IG Metall

Detlef Wetzel steht ab sofort an der Spitze der größten deutschen Einzelgewerkschaft. Er folgt auf Berthold Huber. Wie sein Vorgänger gilt Wetzel als Reformer, der die IG Metall für neue Branchen öffnen will.

Die Modernisierung der Großgewerkschaft hatte Wetzels Vorgänger Berthold Huber angestoßen, der nach sechs Jahren an der Spitze der Gewerkschaft mit 2,26 Millionen Mitgliedern nicht wieder antritt. Huber hatte eigentlich schon seit 2003 die Gewerkschaft führen sollen, machte damals im Streit mit Jürgen Peters aber einen Rückzieher und wurde zunächst dessen Stellvertreter. Teil des damals geschlossenen Burgfriedens war, dass Huber 2007 an die Spitze rückte. Zwei Jahre vor Ablauf seiner regulären Amtszeit leitete der 63-Jährige nun eine „geordnete Verjüngung“ des Vorstands ein.

Mit 60 Jahren ist Wetzel allerdings nicht wesentlich jünger als Huber. Gewerkschaftskenner vermuten daher, dass er die IG Metall für eine Übergangszeit führen wird, bevor ein jüngerer Nachfolger gefunden ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×