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01.07.2015

08:07 Uhr

Deutsche Energieagentur

Dena-Chef fordert Regierung heraus

VonDana Heide

„Persönlich nicht überzeugt“: Der neue Chef der Deutschen Energieagentur Dena, Andreas Kuhlmann, stellt sich gegen Pläne zu Kapazitätsmarken. Er will künftig internationale Lösungen für den deutschen Strommarkt finden.

Überland-Stromleitungen nahe dem nordhessischen Hofgeismar: Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Andreas Kuhlmann, fordert „sektorübergreifende Ansätze“. dpa

Stromleitungen

Überland-Stromleitungen nahe dem nordhessischen Hofgeismar: Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Andreas Kuhlmann, fordert „sektorübergreifende Ansätze“.

BerlinAndreas Kuhlmann, der neue Chef der Deutschen Energieagentur Dena, sieht die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums kritisch, keine Kapazitätsmarkte zur Sicherung der deutschen Stromversorgung einzuführen. „Ich persönlich bin noch nicht überzeugt, dass es ohne Kapazitätsmärkte dauerhaft gehen wird“, sagte er dem Handelsblatt.

Damit hält Kuhlmann an seiner Meinung fest, die er auch bisher als Bereichsleiter Strategie und Politik beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft vertreten hat.

Seit dem 1. Juli ist Kuhlmann Chef der Dena und will diese künftig internationaler aufstellen. „Es wäre absurd zu denken, wir machen in Deutschland eine Energiewende und wenn wir fertig sind, machen wir die Türen auf und sagen, jetzt könnt ihr das nachmachen. Es gibt viele Gründe auch mal ins Ausland zu schauen, den Dialog dort zu suchen und zu lernen.“

Für das Gelingen der Energiewende fordert er auch mehr Zusammenarbeit innerhalb Deutschlands. „Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen am Gelingen der Energiewende mitwirken und – vor allem – den Dialog untereinander viel intensiver führen. Wir müssen weg vom Silodenken hin zu sektorübergreifenden Ansätzen“, sagte er.

Kommentare (3)

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Herr Holger Narrog

01.07.2015, 09:52 Uhr

Die Aussagen zum Thema Kapazitätsmärkte die dem DENA Chef zugeschrieben werden widersprechen sich in den Abschnitten des Artikels.

Grundsätzlich werden umweltschädliche Wind- und Solaranlagen mit nahezu unbegrenzten Subventionen und einer gesetzlichen Vorrangregelung in den Markt gedrückt.

Windmühlen und Solaranlagen erzeugen je ca. 500 Jahresstungen soviel Strom dass man diesen vernichtet, zu Negativpreisen ins Ausland exportiert. Weitere 1000 Stunden einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs. Die restlichen 5000h im Jahr werden weder nennenswerte Mengen Solar- noch Windstrom ins Netz eingespeist.

Sofern man an einer stabilen Stromversorgung interessiert ist, wird man kaum um einen Kapazitätsmarkt herumkommen. Die modernen Grosskraftwerke erreichen in einem Umfeld sporadisch schwankender, vorrangiger Ökostromeinspeisung keine Wirtschafltichkeit, bzw. die Erträge sind kaum kalkulierbar. Andererseits sind diese unverzichtbar für einen grossen Teil des Jahres.

Herr Peter Spiegel

01.07.2015, 10:24 Uhr

Wenn man den Artikel liest könnte man meinen, Murksels "Energiewende" ist
gescheitert.

Herr Holger Narrog

01.07.2015, 10:48 Uhr

Als Ergänzung...

In einem Stromnetz müssen Verbrauch und Erzeugung in jedem Augenblick gleich sein.

Die kurzfristige Frequenzstabilität wird druch die rotativen Massen der modernen Grosskraftwerke sichergestellt.

In diesem Sinne wird man auch bei einer dem Wetter geschuldeten zufälligen 100% Abdeckung des Strombedarfs durch umweltschädliche Windmühlen und Solaranlagen nicht umhinkommen ca. 50% des Strombedarfs in regelbaren modernen Grosskraftwerken zu erzeugen.


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