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02.01.2006

22:27 Uhr

Das Kabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel zu Beginn einer Sitzung. Foto: dpa. dpa

Das Kabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel zu Beginn einer Sitzung. Foto: dpa.

BERLIN. Da ist Musik drin! Die Kanzlerin strahlt übers ganze Gesicht. Unterm Weihnachtsbaum liegt eine CD. Der Tonträger ist von Ober-Beatle John Lennon und heißt, ja doch: „Imagine“. „Stell dir vor: Kein Grund mehr für Gier und Hunger. Stell dir vor: Alle Menschen teilen sich die Welt und leben friedlich miteinander. Stell dir vor: Nichts gibt’s, wofür sich sterben oder töten lohnt. Stell dir vor ...“ Juchhu!

So lautet die Berliner Mär, so könnte es bei Merkels an Heilig Abend gewesen sein. Ein Geschenk der Sektion Fortbildung, damit die Kanzlerin künftig zwischen Beatles und Rolling Stones unterscheiden kann.

Imagine! Tatsächlich könnte für Angela Merkel alles gut werden. Oder in den Abgrund führen. Denn so könnte die Sage der Bundeskanzlerin im Weltmeisterschaftsjahr 2006 weitergehen, als Weissagung, als innenpolitische Fiktion.

Als größtes Handicap wird sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erweisen, sogar als trojanisches Pferdchen. Das Kopfpauschalen-Modell will sie wegbeißen und lässt deshalb tausend kleine Anti-Kopfpauschalen-Kämpferchen auf die Kanzlerin los. Denn die SPD-Ministerin muss allen einprügeln, dass auch ihre Bürgerversicherung die Lohnnebenkosten senkt. Genau das aber ist die „Ulla-Frage“: Wie hältst du es mit den Lohnnebenkosten? Imagine: Politik ohne Stutenbissigkeit.

Den ersten Schub nach vorne aber wird früh im Jahr die Föderalismusreform bringen. Zumindest symbolisch, zumindest vorübergehend – wenn es mit der Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern klappt. Logisch, dass die Koalition dieses Thema zuerst anpackt: Einer Einigung war man sich, als die Schlachtreihen zwischen Regierung und Opposition noch gerade und geschlossen standen, schon recht nahe. Doch dann regierte einmal mehr die Politik, nicht die Sache: Weil damals Kanzler Schröder und Oppositionschefin Merkel sich gegenseitig den Erfolg missgönnten.

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