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08.12.2014

08:10 Uhr

Deutsche interessiert Parlament kaum

Bundestag tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Im Bundestag wird über die Verteilung von vielen Milliarden Euro in Deutschland entschieden, über Militäreinsätze und Regeln für Leben und Tod. Doch immer weniger Bürger interessieren sich dafür.

Es wird debattiert – und nur wenige hören zu. dpa

Es wird debattiert – und nur wenige hören zu.

BerlinDie meisten Bundesbürger nehmen die Debatten und die Arbeit im Deutschen Bundestag kaum wahr. Nur jeder Vierte kann sich konkret an eine Debatte der vergangenen Monate erinnern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung, die an diesem Montag im Internet veröffentlicht werden soll. 27 Prozent der Befragten haben demnach in den vergangenen Monaten eine Bundestagsdebatte im Radio oder Fernsehen verfolgt. Im Vergleich zu einer Umfrage Mitte der 1980er-Jahren ist dies ein Rückgang um rund die Hälfte.

Derzeit planen Union und SPD Reformen, nach denen Minister öfter im Parlament befragt werden sollen. Die Autoren der Bertelsmann Stiftung kritisieren dies als Minimalkonsens, der nur ein Anfang sein könne.

Nur 54 Prozent können laut Studie sagen, welche Parteien derzeit die Opposition bilden. 29 Prozent gaben darauf eine falsche Antwort, 17 Prozent machten keine Angabe. Bei den 16- bis 29-Jährigen hatten nur 38 Prozent die richtige Antwort parat: Linke und Grüne.

Von „Arschloch“ bis „Drachenbrut“: Pöbeleien im Bundestag

„Zuhälter“

„Zuhälter.“ - Michael Glos (CSU) zu Joschka Fischer (Grüne), 2004

„Wild gewordener Gartenzwerg“

„Wild gewordener Gartenzwerg.“ - Ottmar Schreiner (SPD) über Hansheinz Hauser (CDU), 1990

„Mini-Goebbels“

„Mini-Goebbels.“ - Dietmar Kansy (CDU) über Otto Schily (damals Grüne), 1983

„Christliche Dreckschleuder“

„Christliche Dreckschleuder.“ - Joschka Fischer (Grüne) zu Walter Althammer (CSU), 1983

„Sie Frühstücksverleumder“

„Sie Frühstücksverleumder.“ - Herbert Wehner (SPD) zu Friedrich Zimmermann (CSU), 1979

„Übelkrähe“

„Übelkrähe.“ - Herbert Wehner (SPD) zu Jürgen Wohlrabe (CDU), 1970

„Geistiges Eintopfgericht“

„Geistiges Eintopfgericht.“ - Herbert Wehner (SPD) über Georg Kliesing (CDU), 1956

„Schnauze, Iwan“

„Schnauze, Iwan!“ - Franz Josef Strauß (CSU) zu Heinz Renner (KPD), 1951

Zugleich sind Grundkenntnisse zum Wahlsystem verbreitet. So wissen 64 Prozent, dass es neben direkt gewählten Abgeordneten auch nicht direkt gewählte Parlamentarier gibt. Im Osten sind es nur 48 Prozent. Nur 17 Prozent haben in letzter Zeit etwas über die Tätigkeit ihres Wahlkreisabgeordneten in Berlin gehört. Der Anteil derer, die schon einen örtlichen Bundestagsabgeordneten kennengelernt oder von einem gehört haben, ist im Vergleich zu einer Befragung von 1995 hingegen von 55 auf 67 Prozent gestiegen.

Kommentare (32)

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08.12.2014, 08:20 Uhr

Der Bürger hat doch eh nichts mehr nach der Wahl zu sagen. Kreuzchen machen und das war es dann auch schon mit der Demokratie. Alles andere geht unter der Merkel-Union in einen grünsozialistischen Einheitsparteienbrei im Bundestag/Rat unter.
Was will denn der Bürger mit einer Demokratie, in denen keine Gegensätze geduldet werden und das Wort "Vielfalt" nicht vorkommt!?
Selbst wenn eine Partei wie die AfD auf der politischen Bildfläche erscheint und nicht dem grünsozialistischen Dikaturleitbild entspricht, wird diese Medial und Politisch in die "Rechte Ecke" gedrängt oder anders niedergeschrieben. WIE SOLL DA NOCH DEMOKRATIE/VIELFALT der Bürger gelebt werden!?
Da müsst ihr angeblichen "Neutralen" Medien euch selbst mal an der Nase fassen mit eurer einseitigen Einheitsbrei Berichterstattung!

Herr Peter Spiegel

08.12.2014, 08:31 Uhr

Die Abnicker-Bude braucht keiner, im Übrigen haben die Abnicker sich mit den Rettungsschirmen selbst abgestellt.
Die Breite der Bürgersteige und die Länge einer Wurst wird vom EU-Würger bestimmt, nicht einmal dafür sind die Nicker noch gut.

Herr Woifi Fischer

08.12.2014, 08:33 Uhr

Deutsche interessiert Parlament kaum Bundestag tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit?

Wen wundert dieses Ergebnis, deutsche Politiker machen schon seit Jahrzenten keine Politik mehr für unser Land und deren Bürger.
Sie haben sich ganz und gar der Lobbyarbeit verschrieben, der EU über alles, und natürlich den Wünschen des großen Bruders USA, wo bleibt da noch Platz für deutsche Politik und Interessen?
Aber wie heißt es so schön, „der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht“
Die deutschen Politiker werden es noch bereuen, eine solche Politik gegen das eigene Volk gefahren zu haben.

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